Henryk M. Broder – kaum ein Mensch polarisiert mehr, die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn. Für Antideutsche, Neokonservative und sogenannte „Islamkritiker“ ist er ein Held, während die restlichen ihn und seine Provokationen einfach nur verachten.

Dieser Tage ist wieder eine Flut von Empörung und Kritik über Henryk M. Broder hereingebrochen, eben weil er in dem Manifest des Attentäters von Norwegen, Anders Brevik, zitiert wurde, und das sogar mehrfach. Kritische Stimmen wurden laut, Broder sei einer der geistigen Wortführer Breiviks gewesen.

Nun, man kann zu diesem Thema stehen wie man will, aber eines ist das ganz sicher nicht: Eine Eintagsfliege. Denn es ist nicht der erste Fauxpas, den sich Broder geleistet hat.

Schon in der Vergangenheit liebte es der antideutsche Autor zu provozieren, und seine extrem deutschfeindlichen Ansichten nach außen zu tragen.

So geschehen auch bei einem Interview im deutschen Programm des iranischen Rundfunks irib im Dezember 2005. Dort wünscht sich Broder als Wiedergutmachung wegen dem Holocaust das ein jüdischer Staat in Deutschland hätte errichtet werden sollen, der Gerechtigkeit wegen, Zitat Broder:

„Wenn es eine Gerechtigkeit geben würde, würde der jüdische Staat in Deutschland als Kompensation für den Holocaust errichtet werden.“

 

Ja, richtig gehört! Broder verlangt dass der jüdische Staat eigentlich in Europa hätte errichtet werden müssen! Und wer jetzt sagt, das ist typisch Broder, das ist nur sein zynischer Humor, dem sei gesagt, dass die Interviewer natürlich auch nochmal nachgehakt haben, ob er das denn wirklich ernst meinen würde, und Broders Antwort darauf war folgende:

 „Ja, natürlich. Es ist klar, dass die Deutschen eine Verantwortung tragen, auch wenn Ihr Präsident (Anmerkung: Mahmud Ahmadinedschad) glaubt, es habe keinen Holocaust gegeben, oder wenn, dann nur einen kleinen Holocaust. Ich glaube, dass er sich in dieser Beziehung irrt. Er müsste sich wahrscheinlich von seinen Beratern informieren lassen.

Tatsache ist: Es hat diesen Holocaust gegeben und wenn hinterher eine Gerechtigkeit gegeben hätte, dann würde der jüdische Staat in Europa errichtet werden, da, wo der Holocaust auch stattgefunden hat, als Kompensation, Wiedergutmachung und Ausgleich und vor allem, um eine jüdische Präsenz in Europa zu haben.

Es hat z.B. allein in Deutschland nach dem Krieg 500,000 bis 600,000 verbliebene, überlebende Juden gegeben, die aus ganz Europa nach Deutschland gekommen waren. Sie kamen aus allen möglichen Regionen Europas: Aus Polen, Russland und der Ukraine. Es wäre gut gewesen, wenn diese eine Chance bekommen hätten, nach dem Krieg, in Deutschland ein normales Leben aufzubauen. Aber damals war Deutschland eigentlich interessiert, diese Personen wieder schnell los zu werden und da bot sich Palästina als das natürliche Ziel an.“

Broder macht dies aber nicht ganz ohne Hinterlist, denn der Wunsch, Israel nach Deutschland oder gemeinhin nach Europa zu verlagern, stammt natürlich von dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad.

Dieser forderte im Juni 2005, dass Israel nach Deutschland verlegt werden sollte, Broder meint nun, dass Ahmadinedschad diese „Idee“ vermutlich von ihm geklaut habe, da er dieses schon viel viel früher gefordert habe, Zitat Broder:

„Ja, ich habe das schon vor Jahren geschrieben. Ich habe nie geschrieben, dass dieser Vorschlag machbar ist. Ich habe das vor Jahren geschrieben, deswegen bin ich mir auch sicher, dass ihr Präsident diese Idee meinem Schreiben entnommen hat.

Ich habe, wie gesagt, vor Jahren geschrieben, wenn es eine Gerechtigkeit gäbe, wäre der jüdische Staat errichtet worden. Die Differenz zwischen mir und Ihrem Präsidenten ist, dass er sagt: „der jüdische Saat soll jetzt errichtet werden“, während ich gesagt habe:“ Damals hätte der jüdische Staat in Europa errichtet werden sollen.“ Das heißt, wir haben beide ein ähnliches Schema, doch unsere Vorstellungen weichen zeitlich voneinander ab“.

Broder hat sogar schon ein paar Bundesländer vorgeschlagen, die für seinen jüdischen Staat in Deutschland dran glauben müssten, u.a. wären das Bayern, Schleswig Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, Zitat Broder:

„Schleswig-Holstein liegt am Meer, hat eine Ähnlichkeit mit Israel und ist zudem sehr dünn besiedelt. Bayern ist ein sehr großes Land, über zwei man oder sogar dreimal so groß wie Israel heute und hätte auch noch genug Platz. Aber das war nicht der entscheidende Punkt. Man könnte z.B. auch eines der neuen Länder im Osten nehmen. Mecklenburg-Vorpommern ist auch sehr dünn besiedelt. Sachsen-Anhalt hat auch nicht viele Menschen.

Die entscheidende Frage ist nicht, wo es gemacht wird. Die entscheidende Frage ist, dass er hätte einmal gemacht werden sollen. Ich bin nicht dafür, die Uhr zurückzudrehen, sondern historische Zusammenhänge anzuerkennen. Und der historische Zusammenhang ist eben der, dass ohne den zweiten Weltkrieg, der Judenstaat nicht gegründet worden wäre.

Es ist dann in Palästina gegründet worden und meine Stellungnahme war die, dass historische Gerechtigkeit verlangt hätte, diesen Staat in Deutschland und auf deutschem Boden zu errichten, um den Deutschen erstens zu zeigen, dass sie die Juden nicht los werden können. Zweitens, um Gerechtigkeit herzustellen.“

Zum Schluß fragt der Interviewer noch, der sichtlich angetan von Broders wahnwitziger Idee war, ob das Ganze überhaupt realisierbar sei, und Broders Antwort darauf ist natürlich klar, Zitat Broder:

„Wissen Sie, es ist alles realisierbar. Bis zum Jahr 1948 war die Idee eines jüdischen Staates auch nicht realisierbar, und bis zum Jahr 1979 war die Idee einer iranischen Revolution auch nicht realisierbar. Und dann kam Khomeinie aus dem Exil zurück.

Also, machbar ist irgendwann alles. Die Frage ist nur unter welchen Konditionen? Auf dem Verhandlungswege ist es nicht realisierbar, auf dem Kriegswege auch nicht. Also, man müsste sich andere Konditionen überlegen.“

Es ist ja nicht das erste Mal, dass Broder Deutschland irgendwie loswerden will, schon vor einiger Zeit behauptete er, es sei nicht schlimm, wenn Deutschland abgeschafft werden würde (wir berichteten).

Schlussendlich kann man sich nur fragen, ob Broder das was er hier tollkühnes von sich gegeben hat, denn auch wirklich ernst meinte, oder aber ob er nicht doch die Iraner hier ein wenig vorführen wollte. Allerdings liest sich das ganze Interview nicht als zynischer Witz, und man kann auch keinen Hauch von Ironie und Sarkasmus erkennen. Doch diese Forderungen hingegen sind so utopisch und wahnwitzig, dass es sich nur um einen typischen Gag seitens Broder handeln kann, anders jedenfalls ist das nicht zu erklären.

Sollte es aber wirklich ernst gemeint sein, dann sollten sich alle Henryk Broder-Fanboys and girls mal darüber Gedanken machen, wen sie hier eigentlich immer so verehren, vor allem dann, wenn sie sich selber als patriotisch bezeichnen und nicht als antideutsche Spinner, die diese Aussagen vermutlich feiern würden.

Quelle: http://www2.irib.ir/worldservice/germanradio/files/interviews/interview99.asp

Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Henryk_M._Broder

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,389336,00.html

http://www.jungewelt.de/2011/07-27/036.php

https://deinweckruf.wordpress.com/2010/09/06/broder-ist-nicht-schlimm-wenn-deutschland-abgeschafft-wird/

https://deinweckruf.wordpress.com/2010/10/06/zitat-der-woche-teil-10-henryk-m-broder/

https://deinweckruf.wordpress.com/2011/07/15/titel-thesen-temperamente-wie-die-usa-auch-10-jahre-nach-den-anschlagen-die-wahrheit-verschweigen-und-wie-ein-herr-broder-sein-wahres-gesicht-zeigt/

Und die anderen Zitate der Rubrik: https://deinweckruf.wordpress.com/category/zitat-der-woche/

Kommentare
  1. Delia sagt:

    Krass…Kaum zu glauben dass dieser Provokateur noch so viel Anhänger zu haben scheint…vor allem auf der islamhetzerischen Seite PI…und das obwohl die da patriotisch sind, ziemlich widersprüchlich, wie ich finde…

  2. Tintenfisch sagt:

    Überrascht mich nicht. Schließlich war er doch einer der Gründer der Antideutschen! Er hasst Deutschland, er kann nicht verzeihen…mit soviel Hass im Herzen sollte er besser dahin gehen, wo die Menschen ähnlich über Deutschland denken, nämlich nach Israel.

  3. Jack_the_Rapper sagt:

    Wenn ich die Fresse schon sehe *kotz*

  4. ABC sagt:

    Klar hat er das ernst gemeint! Das ist sicherlich keine Ironie, wenn es um Israel geht macht Broder keine Späße, denn Israel ist ja heilig für ihn…

  5. Truther sagt:

    Der Typ hat doch sowieso nicht alle Tassen im Schrank, unglaublich, dass der soviele Verehrer hat…

  6. alraune 19 sagt:

    @truther sagt:
    Sollte einem doch eigentlich klar sein: Die allermeisten Menschen wollen nicht „verlieren“, sondern „gewinnen“. Können sie das nicht, aus welchen Gründen auch immer, wollen sie zumindest auf der Seite der „Gewinner“ stehen, um nicht ins unkorrekte Abseits gestellt zu werden, um zumindest das Gefühl vermittelt zu bekommen, auf der „richtigen“ Seite, also der der „Gewinner“ (lach…) zu stehen.
    Dass Broder (und Konsorten!!) ein kranker Typ ist, ein schlichter Vollidiot, ist diesem (seinem!) System egal. Und die Hilfswilligen stehen bei ihm und seiner Art Schlange, weil sie sich persönliche Vorteile hiervon erhoffen. Das und nichts anderes nennt sich heute Politik!
    Gruss Alraune 19

    • Nordlicht sagt:

      @Patrick: Ja, da hat wohl irgendein wütender hierhin verlinkt und Broder hats veröffentlicht…Anscheinend steht er zu seinen jüdischen Allmachtsfantasien…Mal gucken was die PI-Broderfanboys and girls dazu wohl sagen…ob sie ihn dann wohl immer noch so toll finden?
      …😉

  7. Jaro Ruanza sagt:

    Wie lange sollen wir uns das von diesen schrägen Vögel noch gefallen lassen?

  8. Kutscher sagt:

    Ab nach Israhell mit dem…

  9. seh ich ja jetzt erst. Wie konnte irib dieses Subjekt bloß interviewen?? Er hat die ausgenutzt, um zu provozieren. Denn Ahmadinejad hat doch nur die völlig legitime Frage gestellt , dass wenn man schon darauf besteht, dass die Deutschen einen Genozid an den Juden verübt haben, warum dann die Palästinenser dafür büßen sollen. Das hat er für antideutsche Propaganda genutzt.

  10. Bernt sagt:

    Recht hat er aber natürlich.

    den Juden in Palestina Land zu geben, obwohl da Araber seit jahrtausenden leben, ist natürlich grenzwertig.

    Hätte man Ost-Deutschland nach dem 2WK nicht an die Russen verloren, hätte man doch Meckpomm und Brandenburg zum Juden-Staat machen können. Das wäre für die Ossis und die übrigen Juden Europas ein Segen gewesen. Jetzt können wir aus Meckpomm und Bradenburg einen Nationalpark machen, weil da nun wirklich niemand abhängen will… Wahrscheinlich auch nicht die Juden.

    Wenn man mich fragt, ob ich lieber am Mittelmeer mit irren Arabern oder an der Ostsee mit irren Ossis leben will, wäre meine Antwort einfach: Mittelmeer!

    Als Jude würde ich es auch immer bevorzugen mit Arabern als mit Europäern zu leben. Immerhin haben Araber niemals Juden verfolgt. Das ist die s.g. Christlich-Jüdische Tradition seit Römerzeiten. Wir mögen Juden. Keine Frage. Aber wir verfolgen nun mal auch gerne Leute. Und dafür sind sie nun mal perfekt geschaffen. Das wussten die Römer schon

  11. Klaus sagt:

    Ich versteh gar nicht das Euch diese Äußerungen so überraschen. Schaut Euch doch unser Grundgesetz an.. dort ist nur vom „Volk“ die Rede. … „alle Macht geht vom Volk aus“ … “ im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil“ usw…
    Meint Ihr allen Ernstes das damit das „deutsche Volk“ gemeint ist?
    Wenn dem so wäre, hätte man’s auch 100% reingeschrieben!
    (Zumal es gar kein „deutsches Volk“ gibt, sondern nur „deutsche Völker“)
    Steht aber in der Präambel!! – Ja, aber:

    „Präambel – Vorspruch, den eigentlichen Vertrags- und Gesetzestext vorangestellt, unmittelbare Rechtserheblichkeit wird der Präambel nicht beigemessen.“
    „Creifeld´s Rechtswörterbuch“ (17. Auflage, Verlag C. H. Beck München 2002

    Seit der Weimarer Reichsverfassung, erwähnt man nicht mehr das „deutsche Volk“ als Träger der Macht, sondern man spricht nur vom „Volk“ (nur an den Stellen wo’s ums Bezahlen der Reparation geht schreibt man uns direkt an.)

    Macht Euch mal ’n Kopf wen die mit „Bund“ bzw. „Reich“ meinen! – UNS bestimmt nicht!

    Denkt hier den irgendjemand das die „Bund“-eskanzlerin UNSERE Interessen wahrt?

    … am Besten, Ihr fragt bei nächsten Mal Euren Richter in wessen Volkes Namen er den Recht spricht oder ob er nach „deutschem Recht“ richtet oder nur in den Palandt-Kommentar zum BGB guckt!- Ihr werdet keine Antwort bekommen die auch so mit ins Protokoll kommt! Probiert’s selber aus!

    – Das Grundgesetz gilt nur noch in den Art. 73-75.
    – Gerichte haben (bis auf Arbeitsgerichte) keine Gesetzesgrundlage mehr!

    Google: “ Vorstand der Deutschen Polizeigewerkschaft bestätigt Rechtslage – Strafprozessordnung, Zivilprozessordnung und das Gesetz über Ordnungswidrigkeiten sind ungültig “

    http://www.buzer.de/gesetz/7963/index.htm
    http://www.buzer.de/gesetz/7965/index.htm
    http://www.buzer.de/gesetz/7172/index.htm

    Staatsgerichte sind seit 1982 abgeschafft!

    „Das Staatshaftungsgesetz vom 26. Juni 1981 (Bundesgesetzbl. I S. 553) ist mit Artikel 70 des Grundgesetzes unvereinbar und daher nichtig.“
    Urteil des Bundesverfassungsgerichts v. 19.10.1982, 2 BvF 1/81 (BVerfGE 61.149)
    http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv061149.html

    Gerichte sind freiwillige Schiedsgerichte

    Bananenrepublik Deutschland!

    übrigens,
    … „Dieses Schreiben wurde maschinell erstellt und ist daher ohne Unterschrift gültig!“

    Weil ich nämlich keine Verantwortung übernehme für das Obige!;-)

  12. 9 11 pirat sagt:

    broder ist einfach nur ungeniesbar.da finde ich norman finkelstein besser.

  13. Nikkaae sagt:

    Sag mal, ihr seid doch selbst deutschfeindlich, wenn ihr nicht mal die mathematisch-deutsche Interpunktion verwendet. Na ja, 500 000 (500.000) und 600 000 (600.000) schreibt man definitiv nicht mit Komma im Deutschen😉

  14. Spanky0815 sagt:

    Die Ansicht dass man gewaltsam beendete Menschenleben „gerecht ausgleichen“ kann erschüttert mich am meisten.
    Wieso hört dem eigentlich überhaupt noch jemand zu?

  15. Kreis28 sagt:

    Henryk M Broder:Singulär ist nicht der Holocaust,sondern die Dummheit der Deutschen,mit der sie auf ihrer Schuld beharren.

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