In der letzten Sendung bei „Menschen bei Maischberger“ vom 03.05.2011 ging es natürlich um den Tod Osama Bin Ladens, und um die Frage, ob der Terror denn jetzt besiegt sei, Sendungstitel „Bin Laden tot – Terror besiegt?“.

Gäste waren unter anderem Jürgen Todenhöfer, Wolfgang Bosbach, Heather De Lisle und Hans-Christian Ströbele, doch bis auf Ströbele ist dort keiner wirklich besonders aufgefallen, vor allem die republikanische Amerikanerin De Lisle machte dem amerikanischen Werteprinzip von Rachsucht alle Ehre.

Aber einen Gast habe ich noch vergessen zu erwähnen, wer mir besonders aufgefallen und in guter Erinnerung geblieben ist, die Rede ist von der Krankenschwester Karla Schefter.

Karla Schefter  ist Aufbauhelferin und Leiterin des Chak-Hospitals in der afghanischen Provinz Wardak und anerkannte Preisträgerin für ihre humanitären Einsätze.

Seit Ende der achtziger Jahre lebt sie in Afghanistan, leitet dort das Krankenhaus und arbeitet mit afghanischen Ärzten zusammen.

Ich habe einen Ausschnitt aus der Sendung hochgeladen, damit auch jeder meine Artikel-Überschrift versteht, hier:

Denn wie man in dem Video sehen kann, hat es Frau Schefter tagtäglich mit zivilen Opfern zu tun, und wie sie sagt, Zitat:

„…Mit Verbrennungen und alles…75 Prozent sind Frauen und Kinder.“

Aber auch Taliban behandelt Frau Schefter, einfach jeden, der Hilfe braucht.

Weiter sieht man dann in dem Ausschnitt ein kleines, von Bomben geschundenes Kind, dass in die Kamera guckt und dem vor Schmerzen eine Träne die Wange herunterkullert, die Maischberger kommentiert das dann ziemlich zynisch mit den Worten:

„Das ist jetzt ein kleines Kind, das ist sicher kein Taliban.“

Einfach nur schrecklich, was man da zu sehen bekommt.

Aber auch die weiteren Erzählungen Frau Schefters sind nicht minder grausam und schockierend:

„Wir haben jeden Monat über 1000 stationäre Aufnahmen.“

Karla Schefter macht das aus freien Stücken. Das ganze Projekt wird nur durch Spenden finanziert. Und sie lebt auch unter den gleichen Bedingungen, unter denen auch die Einheimischen leben müssen, anfangs gab es keinen Strom, kein Auto, keine modernen sanitären Anlagen. Außerdem trägt sie afghanische Herrenkleidung, weil sie eben acht Jahre mit afghanischen Herren ein Zimmer teilen musste.

Auf Maischbergers Frage, ob sich die Dinge mit dem „Krieg gegen den Terror“ gebessert haben, antwortet Frau Schefter:

„Nein. Es ist schlechter geworden.

[…]Die Strategien – auch nach Jahren hat man immer noch nicht erkannt: Man kann eben nicht Demokratie bringen.

Auf einen einfachen Nenner gebracht- Sie (die Afghanen) sagen: „Sie kennen uns nicht, aber wollen uns verändern.“

Und das geht einfach nicht, man kann nicht an den Menschen vorbei. Man hat ihre Religion, ihre Kultur, ihre Familienstrukturen zu respektieren, und das hat man nicht gemacht.

[…]Und das ist die Strategie, mit der man so völlig daneben liegt:

Mit Militäraktionen wird man gar nichts schaffen, Krieg bedeutet nur Zerstörung.

Aber das ist der Fehler: Man stärkt den humanitären, den zivilen Aufbau nicht.“

In ihren wirklich interessanten Schilderungen versucht sie dann die Republikanerin De Lisle zu unterbrechen, vermutlich um sie zu kritisieren und ihre Erzählungen zu widerlegen, doch die Krankenhausleiterin lässt sich nicht so einfach unterbrechen und fährt fort:

„[…]Unsere Provinz wird völlig im Stich gelassen, da ist fast gar nichts mehr. Da kommen nur Hubschrauber nachts und dann werden mal ein oder zwei Taliban, aber auch Zivilisten(!) getötet, oder man hat sogar, und das muß ich immer wieder, sogar herausschreien:

Wir sind in dem Gebiet der US-Soldaten, und die haben mit ihren Militärstiefeln im Krankenhaus unsere Türen eingetreten!

Und das hat dann wieder einen Angriff verursacht – Gewalt schürt immer Gegengewalt und Hass!

Auf die Frage, ob denn die Ziele erreicht worden sind, dass Mädchen und Frauen mehr Bildung erhalten, antwortet sie:

„Nein. Also in Badagschan schon, da waren Taliban nie, und da waren schon immer Mädchenschulen – und jetzt schmückt man sich damit und zeigt also auch Bilder von Mädchenschulen, das ist kein Wunder da waren immer schon Mädchenschulen! Aber da waren nie Taliban, und trotzdem sieht man nicht eine Frau ohne Burka, das ist also ihre Gesellschaft.“

Also hat es nichts mit den Taliban zu tun, dass sie Frauen dort Burka tragen – komisch, uns sagen sie das doch immer wieder!

Und auch die Mädchenschulen, die von der US-Regierung imperialistisch gebaut sein sollen, sind also auch nur Humbug, weil die schon lange vorher da waren, unglaublich, wie man doch verarscht wird.

Nun ist Frau De Lisle dran, und die beschuldigt Karla Schefter erstmal, sie hätte gesagt sie finde die Taliban so toll, was aber Frau Schefter nie gesagt hat. Trotzdem fährt sie fort, und erzählt eine us-amerikanische Propagandageschichte, die Taliban hätten Frauen und Kinder eines Dorfes getötet, weil die Amerikaner dort für die Menschen eine Schule gebaut haben sollen.

Natürlich tut De Lisle das, um ihre Nation in ein besseres, und die Arbeit Schefters, die ja sogar Taliban behandelt, in ein schlechteres Licht zu rücken, Mrs De Lisle versteht halt, wie gute amerikanische Propaganda funktioniert.

Ströbele hingegen lobt die Arbeit von Karla Schefter, und fragt sie, ob die Taliban ihr Krankenhaus angreifen, und dies verneint sie vehement:

„Nein. Die Provinz ist zu 95 Prozent in der Hand von Taliban. Aber dieses Taliban stört mich sehr. Es gibt einfach Unterschiede. Es sind halt religiöse, die ganz normal sind, dann gibt es die politischen, das gabs auch früher schon, jetzt gibts viele kriminelle dazwischen, aber unser Krankenhaus ist eine friedliche Insel, weil ich mich seit 22 Jahren immer fern gehalten habe von Regierung, ich hab immerhin vier Regierungswechsel miterlebt, und auch wir behandeln jeden, der kommt.

Wir fragen nicht, wie ich immer sage „Ist das ein CDU-Blinddarm, oder ist das SPD-Blinddarm?“ – Patient ist für uns Patient, wenn er kommt, wird er behandelt.“

Klara Schefter ist eine tolle und beeindruckende Frau, die zurecht auch schon für ihr Engagement geehrt worden ist, wer mag kann sich die Webseite ihres Krankenhauses auch mal hier ansehen.

Nur eines ist durch die Schilderungen Schefters mal wieder klar geworden: Dieser imperialistische Kieg ist sinnlos, er verbessert nichts, sondern verschlimmert nur noch die Lage. Die zivilen Opfer sind der US-Regierung völlig egal, denen geht es nur um die Eroberung eines Landes, welches eigentlich vom Westen in Ruhe gelassen werden will.

Und Karla Schefter hat eines richtig gesagt „Gewalt erzeugt Gegengewalt und Hass“, aber wirklich nützen tut es keinem, außer vielleicht einer macht-und profitgierigen US-Regierung.

Quelle: http://youtu.be/MAVqYtJr7pI

http://www.daserste.de/maischberger/sendung.asp?datum=03.05.2011&Suche+starten.x=13&Suche+starten.y=9

Siehe auch: http://www.chak-hospital.org/das_hospital/patienten.htm

http://de.wikipedia.org/wiki/Karla_Schefter

https://deinweckruf.wordpress.com/2010/07/30/der-wahre-grund-des-afghanistankriegs/

https://deinweckruf.wordpress.com/2011/04/05/die-usa-stehen-fur-krieg-und-zerstorung-und-geben-dies-auch-noch-zu/

https://deinweckruf.wordpress.com/2010/11/05/vietnam-irak-afghanistan-und-sie-wissen-was-sie-tun/

https://deinweckruf.wordpress.com/2010/08/26/james-conway-sieht-us-afghanistan-abzug-skeptisch-und-die-new-york-times-giest-auch-weiter-ol-ins-feuer/

https://deinweckruf.wordpress.com/2010/08/17/gezieltes-toten-ist-schon-lange-programm/

https://deinweckruf.wordpress.com/2010/08/09/frage-der-woche-was-war-zuerst-da/

https://deinweckruf.wordpress.com/2010/08/09/westerwelle-schliest-gezieltes-toten-nicht-aus/

Kommentare
  1. Deniz sagt:

    Schlimm, mir sind die Tränen gekommen als ich das kleine Kind gesehen hab😦

  2. Mandy sagt:

    Schlimm…Aber es ist so: Man kann die Menschen nicht ändern, sie wollen ihre Kultur behalten und keinen westlichen Imperialismus, wann kapieren die das nur endlich?

  3. Geflechtmeister sagt:

    Traurig wieviel Zivilisten, vor allem Frauen und Kinder dieser Krieg so fordert😦
    Aber seltsam, dass ich in den Nachrichten nie etwas darüber höre, woran das wohl liegt…

  4. willy sagt:

    Wenn man selbst Kinder hat, wird man unsagbar traurig bei solchen Bildern. Es macht mich zugleich wütend, dass unsere ‚Qualitätsmedien‘ die Opferzahlen fälschen und die rein imperialistischen Motive dieses Angriffkrieges leugnen. Überall wo unsere transatlantischen
    Freunde demokratisieren, hinterlassen sie nur Tod, Elend und Hass. Von wem geht den wohl der Terror aus?
    Die Mehrheit Deutschlands stand sowieso nie hinter der deutschen Beteiligung an diesem sinnlosen Einsatz.
    Die Zeit zum Umdenken für unser politische Kaste ist längst überfällig, jeder weitere Tag kostet nur Menschenleben!

  5. mitleser sagt:

    Da kocht einem das Blut! Je mehr ich darüber lese (bin schon seit 2005 an Bord), desto mehr wünsche ich mir, dass diese BRD-Verwaltung abgesetzt wird. Ohne Tode versteht sich! Es sind genug Lebewesen gestorben. Es ist an der Zeit die Dunkelmächte abzusetzen ….

  6. alraune 19 sagt:

    @ mitleser sagt:
    Eigentlich hast Du Recht! Es hat schon viel zu viele Tote gegeben. Diese hat es aber nur deshalb gegeben, weil sie als Gruppe und als Einzelne ihren persönlichen und/oder Gruppenvorteil für sich selbst gesehen haben. Und Leute, die diese moralische und ethische Verwerflichkeit besitzen, diese im Laufe von vielen Jahrhunderten auch immer wieder unter Beweis gestellt haben, müssen vom Angesicht dieses Planeten verschwinden, gleichgültig,mit welchen Mitteln!
    Intriganten, Freimaurer, sich selbst als „Auserwählte“ sehende Zionisten müssen die letzten (und in diesem Falle verdienten) Opfer eines weltweiten Freiheitskampfes aller gewachsenen Völker sein! Und erst dann kann es zu einer tatsächlichen, zu einer wahrhaften Völkerverständigung und zu einem gedeihlichen Miteinander kommen!
    Lasst uns diese ihre letzte Bastion endlich stürmen! Und dann haben wir alle Möglichkeiten dieser Welt…:
    Gruss Alraune 19

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