Archiv für März, 2011

Siehe auch: https://deinweckruf.wordpress.com/2010/08/18/der-deutschland-clan-brd-entlarvt/

 https://deinweckruf.wordpress.com/2010/08/24/sigmar-gabriel-wir-haben-gar-keine-bundesregierung/

https://deinweckruf.wordpress.com/2010/09/04/bundesrepublik-deutschland-gibt-zu-uns-hat-es-nie-gegeben/

https://deinweckruf.wordpress.com/2010/08/24/die-grundung-der-brd-geleitet-von-cia-agenten/

 

 
Wer kennt ihn nicht, den „Presseclub“ jeden Sonntag mittag auf ARD. Da versammelt sich dann alles was in der Mainstreampresse Rang und Namen hat und debattiert über politische Ereignisse.

Das heißt, von einer wirklichen Debatte kann wohl kaum die Rede sein, denn eigentlich sind sich die Pressevertreter in den meisten Fragen grundsätzlich sowieso immer einig.

Und genau diese Gleichschaltung, diese Einigkeit mit dem zustimmenden „Abnicken“ bezüglich der Tagespolitik stießen dem Anrufer Herr Becker aus dem Münsterland bei der anschließenden „Presseclub Nachgefragt“-Runde sauer auf.

Das Thema der Sendung war übrigens „Wenn der Bürger nicht mehr will – Die entfremdete Politik im Superwahljahr 2011“.

Herr Becker scheint ein Mann der klaren Worte zu sein, der nicht um den heißen Brei herum redet, denn er kommt gleich zur Sache und sagt, was er von Politik und Medien wirklich hält, Zitat Becker:

„Man kann es gewissen Medien und Sendungen vernehmen, dass Politik und Medien zueinander stehen wie ein monolithischer Block.

Und ich zweifele daran, dass aus diesem Block heraus substanziell politisch kritische beziehungsweise dem Medienkonsumenten aufklärende, substanziell aufklärende Beiträge erfolgen.“

Daraufhin fragt Jörg Schönenborn ganz geschockt:

„Und Sie meinen uns? – Wie wir hier sitzen?“

Dabei kennt Schönenborn die Antwort eigentlich schon. Denn, wie er später auch noch einmal erwähnt, weiß Schönenborn um die vielen den Medien und der Politik grundsätzlich misstrauisch eingestellten Menschen schon Bescheid, dass Gästebuch sei wohl voll mit Kritik in dieser Richtung. Es scheint wohl schon mehreren Deutschen aufgefallen sein, dass die Medien mit der Politik unter einer Decke stecken.

Herr Becker lässt sich von Schönenborns vorwurfsvollen Fangfrage, ob er mit seiner Kritik an den Medien etwa auch den seriösen und tollen Presseclub meint, jedenfalls nicht beeindrucken, und spricht weiter Klartext, Zitat:

„Auch Sie – selbstverständlich!

Daraufhin blickt man in ertappte Gesichter, doch Herr Becker ist noch lange nicht fertig mit seinem kleinen Rundumschlag gegen die mächtigen Pressevertreter:

„[…]Und wir alle wissen, dass es so etwas wie Political Correctness gibt, und warum debattieren wir nicht mal darüber, diese Sprachregelung auch aus den Sendungen zu verbannen, und wirklich über Wahrheit und Wahrhaftigkeit zu sprechen.[…]“

Nachdem Herr Becker dann auch noch mit einem anderen Thema anfängt, reicht es dem Moderator Schönenborn, und er greift ein, Zitat Schönenborn:

„[…]Der andere Punkt, ich finds ja gut wie Sie sagen: Die die wir hier sitzen, und so hab ich Sie verstanden, ja  was – wir reden nicht Klartext, oder wir trauen uns nicht, oder was ist? Was vermuten Sie, was werfen Sie uns vor?“

Man spürt förmlich die Anspannung im Presseclub, als hätte man sie alle ertappt, enttarnt, als nicht innovative und unsouveräne Journalisten, die nur zu einem einzigen Zweck da sind, nämlich um der Politik, nein um dem System in der Bundesrepublik Deutschland zu dienen.

Aber nun zu Herrn Beckers Antwort, was wirft der böse Anrufer den edlen Journalisten eigentlich vor? Hier die Antwort, Zitat Becker:

„Ja ich vermute dass über allen bei Ihnen Political Correctness im Grunde genommen eine gewisse Vorgabe gibt!

Joschka Fischer hat einmal gesagt- Zitat: „Die Mehrheiten mögen sich nach den Wahlen ändern, die Richtung bleibt aber die gleiche.“

Also sprechen wir doch von einem politischen System.“

Schönenborn versucht daraufhin die Flucht nach vorne, Zitat:

„Möchten Sie eine Replik von jemandem aus der Runde? Es kann ja auch sein, dass Sie sagen „Nein, das nehme ich Ihnen dann sowieso nicht ab!“

Und die Antwort von Herrn Becker hierauf finde ich einfach nur großartig, denn er sagte folgendes:

„Im Grunde genommen sind Sie alle in diesem System gefangen, von daher…tut sich da inhaltlich sicherlich nicht viel…“

Doch Frau Bettina Gaus von der taz möchte unbedingt darauf antworten, allerdings scheint sie nicht wirklich verstanden zu haben, was Herr Becker mit seiner Kritik eigentlich meinte, oder aber sie wollte einfach nicht darauf eingehen. Jedenfalls sagt sie nur etwas zum Thema „Political Correctness“ und findet dies positiv, dabei wird dann das Beispiel „Folter“ ausgepackt, von wegen es sei politisch korrekt gegen Folter zu sein, und deswegen wäre Political Correctness ja gut, und somit wurde jegliche Kritik, mit eigentlich für jeden selbstverständlichen und offensichtlichen Grundrechten in Deutschland, einfach abgeschmettert.

Schönenborn will das Thema nicht beenden, ohne nicht selber auch noch etwas dazu zu sagen:

„Ich hab viel im Gästebuch darüber gelesen, also es schreiben viele, die sagen „Aber ihr Medien habt doch das gleiche Problem, ihr hängt mit der Politik eng zusammen, ihr sagt ja auch nicht was Sache ist“ – ich will das nicht weiter kommentieren, ich glaube wir müssen nur alle auch wahrnehmen, dass das eine breite Strömung ist, die sich, wie man an der Sarrazin-Debatte auch gesehen hat, nicht nur gegen die politischen Parteien richtet.“

Es ist ja gut, dass die Medienvertreter das auch mal wahrnehmen, allerdings fördert das „unkommentiere Stehenlassen“ nicht gerade zu einer Abkehr dieser Ansichten.

Aber vielleicht wurde es auch gerade deswegen nicht kommentiert, weil man mit der Kritik voll ins Schwarze getroffen hat.

Denn es ist doch wohl ein unwiderlegbarer Fakt, dass so gut wie alle Mainstreammedien gleichgeschaltet sind. Sicher, da gibt es vielleicht mal eine eher linke und eine eher rechte „angehauchte“ Zeitung, aber schlußendlich haben sie nun mal alle eines gemeinsam:

Sie dienen dem System.

Quellen: http://www.phoenix.de/content/348069

Siehe auch: https://deinweckruf.wordpress.com/2010/11/15/die-cdu-will-die-medien-noch-mehr-kontrollieren/

https://deinweckruf.wordpress.com/2010/11/12/springers-welt-uber-reeducation-das-fernsehen-unser-effektivster-erzieher/

https://deinweckruf.wordpress.com/2010/11/05/spiegel-online-kampft-um-die-brd-scheindemokratie-zu-viel-volk-schadet-deutschland/

https://deinweckruf.wordpress.com/2010/10/24/reporter-ohne-grenzen-pressefreiheit-in-deutschland-hat-sich-verschlechtert/

Die Vermutung, die USA und seine Lakaien haben den Krieg gegen Libyen eigenhändig instruiert, scheint sich nun zu bestätigen. In einem Interview mit Wesley Clark kommt Ungaubliches zutage, denn der Vier-Sterne-General plaudert ungewohnt freizügig aus dem Nähkästchen. Dieses Interview gibt einen kleinen Einblick darüber, was sich hinter dem Kulissen so alles abspielt.

Und Wesley Clark ist nicht irgendjemand, er ist General der US-Navy, welcher als Supreme Allied Commander Europe (SACEUR) auch Oberbefehlshaber der NATO-Streitkräfte im Kosovokrieg war.  Und im Jahre 2004 bemühte er sich um die US-Präsidentschaftskandidatur der Demokraten, gab aber nach den mäßigen Erfolgen in den Vorwahlen auf.

Also kann man seine Person als durchaus authentisch und glaubwürdig ansehen, nicht jemand, der aus der bösen verschwörungstheoretischen Szene stammt, kein Mensch mit antiamerikanischen oder antizionistischen Einstellungen, der aufgrund dieser ideologischen Ansichten versucht, die us-amerikanische Regierung in ein schlechtes Licht zu rücken. Nein, Wesley Clark kann man wirklich nichts anhängen, was seine Glaubwürdigkeit in irgendeiner Form schmähern würde.

Und umso ärgerlicher werden seine Aussagen jetzt für den nur nach Frieden strebenden Westen sein.

Aber der Reihe nach. Das hier gleich zitierte Interview stammt vom 02.03.2007, es ist also schon ein bißchen her, als Amy Goodman von „democracy now“ den US-General zum Interview bat. Somit kann also niemand behaupten, das Interview wäre erst jetzt entstanden um den Krieg gegen Libyen zu kritisieren.


Wesley Clark äußert sich darüber, wie die Bush-Administration schon sehr früh geplant hat, innerhalb von fünf Jahren sieben Länder zu bekriegen, darunter auch Libyen – Zitat Clark:

 Ungefähr zehn Tage nach 9/11 ging ich durchs Pentagon und sah Minister Rumsfeld und seinen Stellvertreter Wolfowitz.

Ich ging die Treppe runter um einige Leute der begleitenden Mannschaft zu begrüßen, die mal für mich gearbeitet haben, und einer der Generäle rief mich und sagte: „Sir sie müssen zu mir reinkommen und kurz mit mir sprechen!

Ich sagte, wir seien zu beschäftigt, doch er sagte: „Wir haben die Entscheidung getroffen, Krieg im Irak zu führen!“

Das war am oder um den 20. September.

Ich sagte: „Wir führen Krieg gegen den Irak, WARUM?!?

Er sagte: „Ich weiß es nicht!“

Er sagte: „Ich schätze, sie wissen einfach nicht, was sie sonst tun sollen.“

Also sagte ich: „Haben sie denn Informationen gesammelt, die Al Quaida mit Saddam Hussein in Verbindung bringen?“

Er sagte: „Nein, nein! Da ist nichts Neues in der Richtung, sie haben einfach die Entscheidung getroffen, Krieg mit dem Irak zu führen!“

Er sagte: „Ich schätze mal, es ist so, dass wir nicht wissen, was wir wegen der Terroristen machen sollen, aber wir haben ein gutes Militär und wir können damit Regierungen platt machen!“

Er sagte: „Ich schätze, wenn das einzige Werkzeug was man hat, ein Hammer ist, so muß jedes Problem aussehen wie ein Nagel.“

Ich kam einige Wochen später zurück, um ihn wieder zu sehen, als wir bereits Afghanistan bombardierten, und ich sagte: Werden wir immer noch Krieg gegen den Irak führen?“

Und er sagte: „Oh, es ist noch schlimmer als das!

Er griff unter seinen Schreibtisch, nahm ein Papier hervor und sagte:

„Ich hab das gerade von unten, vom Verteidigungsministerium bekommen und das ist ein Memo, das beschreibt, wie wir 7 Länder innerhalb von fünf Jahren ausschalten, angefangen mit dem Irak, dann Syrien, Libanon, Lybien, Somalia, Sudan, und schlussendlich Iran.

Es war also schon lange klar, dass Libyen angegriffen werden sollte, man mußte nur noch ein paar Vorbereitungen treffen. Und diese Vorbereitungen betreffen ein paar inszenierte Aufständische, die nach Freiheit und Demokratie schreien. Das zieht auch echte Regime-Gegner an.

Oder glauben Sie ernsthaft, dass alles, was sie an Nachrichten aus Libyen präsentiert bekommen, auch wirklich die Wahrheit ist? Denn eines ist sicher: Wenn der Krieg schon seit 10 Jahren geplant war, dann kann man einfach nicht mehr alles glauben, was einem die Mainstream-Medien so vorsetzen.

Doch das Interview mit Wesley Clark geht noch weiter. Denn über die Wahrheit über den Mittleren Osten äußerte er sich folgendermaßen:

Die Wahrheit über den Mittleren Osten ist: Hätte es dort kein Öl gegeben, wäre es wie in Afrika.

Niemand droht, in Afrika zu intervenieren.

Das Gegenteil ist das Problem. Wir fragen dauernd Leute danach, zu intervenieren und es zu stoppen.

Und es ist fraglich, dass das Vorhandensein von Erdöl in der ganzen Region die Großmächte dazu animiert hat, sich dort einzubringen. Ob das nun die besondere Motivation für den Schlag war, kann ich nicht sagen, aber es gab definitiv immer die Haltung, dass wir in der Region intervenieren und Gewalt anwenden sollten.

Es geht also nur ums Öl! Und es stimmt: Andere Staaten, die kein Erdöl oder andere wertvolle Bodenschätze bieten, werden in Ruhe gelassen, da ist es egal, ob dort Bürgerkrieg herrscht, Menschen umgebracht werden und Demokratie in weiter Ferne ist.

Fakt ist, den Amerikanern und ihren Handlangern geht es hier weder um Demokratie, noch um Freiheit oder Menschenrechte. Nein, der Krieg in Libyen wird nur aus einem wichtigen Grund geführt – und das ist das wertvolle Öl.

Und warum Nicolas Sarkozy bei dem ganzen Drama sozusagen an vorderster Front mitspielt, sollte auch jedem klar sein. Denn der französische Präsident hat mal für die CIA gearbeitet, somit ist er natürlich bedingungslos auf der Seite der Amerikaner und profiliert sich gerne für sie und durch sie.

Trotzdem sollte man sich in Bezug auf Wesley Clark mit zu überschwänglichen Lobeshymnen zurückhalten, auch wenn er mit dem Interview viel Mut bewiesen hat, in dem er die Wahrheit, warum Kriege im Mittleren Osten geführt werden, schonungslos aufdeckte.

Denn der General a.D. gibt es zur Zeit Ratschläge wie die USA in dem Krieg verfahren sollten. Schließlich war Wesley Clark früher Nato-Befehlshaber im Kosovo-Krieg.

Und in neueren Interviews versucht er, die amerikanischen Interessen in diesem Krieg herunterzuspielen, macht aber auch gleichzeitig damit klar, dass die USA in Libyen nicht wegen allzu menschlichen und humanitären Gründen interveniert sind, Zitat Wesley Clark:

„[…]France and Britain and other European countries have more direct economic and humanitarian interests in Libya than we do.[…]

[…] Frankreich, Großbritannien und andere europäische Länder haben mehr direkte ökonomische und humanitäre Interessen in Libyen als wir.[…]“

Aber nochmal zum Öl: In den amerikanischen Medien wird der Öl-Grund heiß diskutiert, in Deutschland hingegen hüllt man sich diesbezüglich lieber in Schweigen.


Ed Markey, US-amerikanischer Politiker der Demokratischen Partei und seit 1976 Mitglied des US-Repräsentantenhauses für Massachusetts, kam hingegen im US-Fernsehen MSNBC zu Wort und verkündete folgendes:

„We’re in Lybia because of Oil!“

„Wir sind in Lybien wegen dem Öl!“

Und mit dieser Ansicht ist er weiß Gott nicht der Einzigste. Der bulgarische Ministerpräsident Boyko Borisov meinte die militärische Intervention in Lybien sei ein „Abenteuer angetrieben von Erdölinteressen“, und der Präsident von Mubawe, Robert Mugabe, bezeichnete den Westen als „blutige Vampire die nur hinter Lybiens Öl her sind“.

Im letzten Artikel haben wir ja bereits über die hiesigen Erdölvorkommen in Lybien berichtet, dieser „Kriegsgrund“ ist also alles andere als an den Haaren herbeigezogen.

Deswegen darf man gespannt sein, wie sich dieses schaurige Szenario fortsetzt. Zum Glück haben wir Deutschen uns nicht an diesem imperialistischen Krieg beteiligt, doch für diese Entscheidung wurden wir ja öffentlich schon mehrfach gerügt.

Nichtsdestotrotz war es die richtige Entscheidung. Man sollte sich eben nicht immer zum Handlanger der unbesiegbaren Supermacht machen lassen.

Quellen: http://www.youtube.com/watch?v=5-TZxI8m8ss

http://www.globalresearch.ca/index.php?context=va&aid=10060

http://www.katv.com/Global/story.asp?S=14284857

http://www.realclearpolitics.com/video/2011/03/21/dem_congressman_were_in_libya_because_of_oil.html

http://www.iol.co.za/news/africa/oil-interest-behind-libya-action-bulgaria-pm-1.1044905

http://www.talkzimbabwe.com/libya-western-countries-are-bloody-vampires-says-president-mugabe-cms-1259

http://www.youtube.com/watch?v=5-TZxI8m8ss

http://www.youtube.com/watch?v=-dwKBPPGFRc

Siehe auch: https://deinweckruf.wordpress.com/2011/03/08/ol-und-macht-libyen-krise-von-den-usa-gewollt/

https://deinweckruf.wordpress.com/2011/03/21/libyen-warum-mus-gaddafi-weg/

https://deinweckruf.wordpress.com/2011/03/12/zitat-der-woche-teil-23-muammar-al-gaddafi-uber-die-widerspruchlichkeit-der-damaligen-regierung-im-falle-eichmann/


 
„Selbst der angebliche gerechte Krieg gegen Gaddafi ist nur eine Lüge. Die Rebellen jagen Schwarze und werden dafür nicht einmal offiziell geahndet. Sie bekommen Rückendeckung aus den USA und Europa.

Frankreich würde lieber heute als morgen diesen Krieg beginnen. So sehr treibt sie die Gier nach dem Schwarzen Gold. Guttenberg war ein Verfechter der Wirtschaftskriege – wie Köhler auch.

Die NATO wird Deutschland als Ausrede dienen trotz aller Einsprüche und Enthaltung in diesen Krieg zu ziehen.

In Bahrain wird trotz allem ein Despot unterstützt und darf unter den Augen der kritischen EU und der USA die Demonstranten, die Regimegegner genannt werden, erschießen.“

Quellen: http://politikprofiler.blogspot.com/2011/03/libyen-der-wirtschaftskrieg-gegen.html

http://politikprofiler.blogspot.com/2011/03/libyen-nichts-als-die-wahrheit-so-wahr.html

Siehe auch: https://deinweckruf.wordpress.com/2011/03/08/ol-und-macht-libyen-krise-von-den-usa-gewollt/

https://deinweckruf.wordpress.com/2011/03/12/zitat-der-woche-teil-23-muammar-al-gaddafi-uber-die-widerspruchlichkeit-der-damaligen-regierung-im-falle-eichmann/

Im Hinblick auf die derzeitigen Unruhen in Libyen, bin ich auf ein sehr interessantes Interview gestoßen, welches der Spiegel 1980 mit Muammar al-Gaddafi geführt hatte.

In diesem Interview kritisiert Gaddafi die Bundesrepublik Deutschland und den israelischen Geheimdienst scharf, Zitat Gaddafi:

„[…]Vergessen sie denn, daß ihr Territorium eine Spielwiese des israelischen Geheimdienstes ist? Die Bundesrepublik zum Beispiel, erinnert die sich denn nicht mehr daran, daß die Israelis 1960 einen Deutschen aus Argentinien entführten?“

Gaddafi kann nicht verstehen, warum Israel die Macht hat und warum ihnen erlaubt wird, einen Angehörigen der Bundesrepublik Deutschland problemlos aus Argentinien zu entführen.

Warum war Israel befugt, dieses zu tun, und warum hat die Bundesregierung diesbezüglich die Klappe zu halten?

Hätte er nicht in Deutschland vor ein Gericht gestellt werden müssen? Und wurde dieses Gesetz extra „übersehen“, weil man wußte, dass kein deutsches Gericht Adolf Eichmann hätte zum Tode verurteilen dürfen?

Versteht mich nicht falsch, ich will in keinster Weise Eichmann in Schutz nehmen, er war ein grausiger Verbrecher, ein Schreibtischtäter, ohne Gewissen und Reue, aber mir geht es hier alleine um die Rechtsmäßigkeit, die wegen Macht – und Rachegefühlen offenbar absichtlich verletzt wurden.

Der Spiegel jedenfalls wußte, auf wen Gaddafi da anspielte und fragte bewusst, ob er den Judenmörder Adolf Eichmann meine. Bewusst nutzten sie nämlich das Wort „Judenmörder“, mit welchem jegliche Kritik an Israels Vorgehen im Keim erstickt werden sollte.

Darauf antwortete Gaddafi:

„Ja, genau den. Er wurde aus Argentinien entführt und in Israel hingerichtet. Die Bundesrepublik billigte es. Warum hat sie denn Eichmann, einen Deutschen, nicht geschützt und vor ein deutsches Gericht gestellt?“

Das ist eine gute Frage. Aber sie lässt sich auch leicht beantworten: Die Bundesregierung selber hatten ja gar keine Befugnis und Entscheidungsgewalt, selbst wenn sie gewollt hätten, Deutschland war fremdbestimmt und dem Land fehlte es an Souveränität.

Diese fehlende Entscheidungsgewalt besaßen dafür aber die vier Siegermächte, und diese hatten beschlossen, Eichmanns Schicksal Israel zu überlassen um ihnen die Möglichkeit zu geben, endlich ihre Rachegelüste befriedigen zu können.

Nur rechtens ist das nicht, ganz gleich was für Morde ein Herr Eichmann auch in Auftrag gegeben haben soll. Unschuldig ist dieser Schreibtischtäter bestimmt nicht, und trotzdem verdiente auc h er ein rechtmäßiges Verfahren – in Deutschland.

Aber daran sieht man mal wieder, wie hörig Deutschland gegenüber den USA und Israel ist.

Ich wette dass es auch heutzutage nicht anders ablaufen würde, wenn sie irgendwo in Deutschland mal wieder einen Kriegsverbrecher entdeckt haben. Dieser würde dann sofort von der BRD nach Israel ausgehändigt, damit er dort den Rachegelüsten zum Opfer fällt nach israelischem Gesetz bestraft werden kann.

Auch der Rest des Interviews ist sehr interessant und auf jeden Fall lesenswert. Denn es stellt sich im Laufe des Interviews heraus, dass der Westen schon damals ein Auge auf Gaddafis Öl geworfen hatte, und Gaddafi versuchte darum zu kämpfen, drohte dem Westen, den Ölhahn zuzudrehen, Zitat Gaddafi:

„Die Welt besteht ja, Gott sei Dank, nicht bloß aus den USA und deren Verbündeten. Wir werden schon ohne Amerika auskommen. Hätte ich allein über den Erdöl-Boykott entscheiden können, so hätte ich den Ölhahn von einem Tag zum anderen zugedreht. Die USA und ihre Verbündeten in der Palästina-Frage hätten keinen Tropfen Öl mehr bekommen, aber darüber soll, wie erwähnt, der Volkskongreß entscheiden.“

 Fakt ist, den USA kommt, wie schon in einem anderen Artikel erwähnt, die Lybien-Krise sehr gelegen, muß sie doch, im Falle des Sturzes von Gaddafi höchst wahrscheinlich nicht mehr um das Öl bangen, denn Gaddafi könnte, wenn er denn nicht so abhängig von den Öleinnahmen wäre, den USA und seinen Verbündeten jederzeit den Ölhahn zudrehen. Amerika jedenfalls hofft jetzt, nach Gaddafis Sturz in Libyen kräftig mitmischen zu können.

Da kann man sich nur wünschen, dass Libyen sich da nicht reinreden lässt. Ansonsten hätte es Amerika mal wieder geschafft, die ganze Welt samt geheuchelter Moralisierung und Demokratisierung an der Nase herumzuführen.

Quelle: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14315712.html

Siehe auch: https://deinweckruf.wordpress.com/2011/03/08/ol-und-macht-libyen-krise-von-den-usa-gewollt/

Siehe auch die anderen Zitate aus der Rubrik:  https://deinweckruf.wordpress.com/category/zitat-der-woche/

Siehe dazu auch: https://deinweckruf.wordpress.com/2010/09/16/der-zwei-plus-vier-vertrag-ist-betrugerisch/

https://deinweckruf.wordpress.com/2010/10/14/betrug-deutschland-steht-auch-weiterhin-unter-dem-besatzungsrecht/

https://deinweckruf.wordpress.com/2010/12/15/trugerische-einheit-wie-die-alliierten-die-wiedervereinigung-verhindern-wollten/

https://deinweckruf.wordpress.com/2010/12/16/zitat-der-woche-teil-20-helmut-kohl-und-deutschlands-zusage-immer-auf-amerikas-seite-zu-stehen/

https://deinweckruf.wordpress.com/2011/02/01/freies-deutschland-fehlanzeige-die-verpflichtung-gegenuber-den-alliierten-macht-eine-revolution-unmoglich/

https://deinweckruf.wordpress.com/2011/02/16/das-berliner-ubereinkommen-befiehlt-alliierte-gesetze-bleiben-bestehen/

Machen wir uns nichts vor, die Libyenkrise kommt den USA sehr gelegen, scheint doch ihr Status der einzigen Weltmacht immer mehr und mehr zu schwinden.

Und Öl ist einer der zentralsten Punkte um eine wirtschaftliche Weltmacht zu erreichen. Lybien ist reich an Öl und Gas,  Wind- und Sonnenenergie. Die Entdeckung reicher Erdölvorkommen 1959 machte Libyen in der Folgezeit zu einem der bedeutendsten erdölexportierenden Länder der Welt, sowohl Europa und China, als auch die USA rissen sich um Libyens reiches Mitgift. Um Libyens Ressourcen ausbeuten zu dürfen, gaben sich die ausländischen Energiekonzerne in Gaddafis Reich die Klinke in die Hand.

Doch Gaddafi entschied sich 1974, die Besitztümer Lybiens komplett zu verstaatlichen, heißt – wer mit Lybien Geschäfte machen wollte, mußte dies mit dem Staataschef selber tun. Und um mit Libyen ins Geschäft zu kommen, akzeptierten die ausländischen Energiefirmen harte Bedingungen. BP etwa zahlte knapp 250 Millionen Euro alleine an Provision. Zudem musste der Konzern fast 80 Prozent seiner künftigen Produktionserlöse an die staatliche, libysche Ölgesellschaft NOC abtreten.  

Keine ausländische Firma durfte in Libyen ohne einheimisches Partnerunternehmen aktiv werden, das war Gaddafis Bedingung, er wollte eben keinen westlichen Imperialismus in seinem Land.

Auch energiepolitisch ist das Land von großer Bedeutung: Libyen könnte, falls sich die Hoffnungen der Europäer erfüllen, zu einem wichtigen Erdgaslieferanten für den ganzen Kontinent werden. Dann wäre Europa nicht mehr ganz so abhängig von Russland.

 In Gaddafis Land, nur 400 Kilometer von der Mittelmeerküste Europas entfernt, liegen die größten nachgewiesenen Ölreserven Afrikas. Ahmed Ghaber, Planungssekretär der staatlichen Ölfirma NOC verbreitete gar die Hoffnung auf noch größere Entdeckungen:

„Mindestens zwei Drittel unseres Öls sind noch gar nicht gefunden“

US-Konzerne drängten nach 20 Jahren der Abwesenheit ebenfalls zurück auf die Ölfelder des einstigen Erzfeindes. Für die USA ist Libyen gegenwärtig der am schnellsten wachsende Exportmarkt.

Amerika und Lybien sind Feinde, auch wenn das jetzt bei der sogenannten Revolution gern bestritten wird. Einzig den Ölhahn drehte Gaddafi den Amerikanern nicht zu, weil er – wie er in einem Spiegelinterview von 1980 auch noch einmal betonte – auf sie angewiesen war, schließlich war der Ölexport die wichtigste, finanzielle Einnahmequelle Lybiens.

Und trotzdem, Ghaddafi bestand bis zuletzt darauf, die lybischen Ölkonzerne nicht privatisieren zu lassen, ganz zum Leidwesen von Europa und den USA.

Die USA wollen ihren Weltmachtstatus natürlich behalten, und nach dem verlorenen Irakkrieg mußte man einen anderen Weg finden, um das wirtschaftliche und auch kulturelle Imperium weiterhin aufrechtzuhalten.

Deswegen kam ihnen der Aufstand in Lybien gerade recht. Oder haben sie ihn vielleicht sogar eigenhändig instruiert?

Denn noch heute ist unklar, wer derzeit die Aufständischen sind. Auch wer in dem „Nationalen Rettungsrat“ in Bengasi die Regie führt, ist nicht ersichtlich. Es gibt bis heute keine politischen Aussagen darüber, was die Aufständischen wollen – von der Forderung „Gaddafi muss weg“ abgesehen. Es sind kaum Organisationen zu erkennen. Man erfährt nicht, in welchem Verhältnis die Gaddafi-Gegner, die in Libyen leben, zu den Exilorganisationen stehen und welche Rolle letztere spielen. Auch diese Organisationen, die sämtlich von westlichen Geheimdiensten gesteuert und von westlichen Regierungen finanziert sind, machen keine politischen Aussagen.  Offenbar ist die Stimmung in der Bevölkerung auch in den von den Aufständischen beherrschten Gebieten gegen einen Einmarsch der imperialistischen Mächte.

Man kann auf jeden Fall mit Sicherheit sagen, dass die Libyen-Krise den USA zu Gunsten kommt. Denn mit einem möglichen Sturz Gaddafis, könnte man endlich die Verstaatlichung von Lybiens zurücknehmen und es privatisieren.  Schließlich verstaatlichte Gaddafi das libysche Öl schon 1969, als er mittels eines Militärputsches die Macht übernahm.

Und seitdem waren die USA und Staaten in Europa entschlossen, Libyen zu zermürben.  Das wird von den großen Medien verschwiegen. Die USA und die UN verhängten verheerende Sanktionen, um die libysche Wirtschaft zu ruinieren.

 Eines zeigt dieses ganz klar: Libyen ist nicht Ägypten. Sein Führer, Muammar Al-Gaddafi war keine Marionette der USA und EU wie Hosni Mubarak. Über viele Jahre war Gaddafi Verbündeter von Ländern und Bewegungen, die den Imperialismus bekämpften. 

Die USA und Europa werden bald helfen, das Gaddafi-Regime zu stürzen. Bezeichnenderweise hat gerade das Wallstreet-Journal in einem Leitartikel vom 23.2. zu diesem Schritt empfohlen – warum? Nun,  Interesse gewisser Kreise der USA und Europas an Libyen ist leicht zu durchschauen. Libyen hat erwiesenermaßen die größten Öl-Reserven und besitzt das Potential gigantischer Profite für die großen Ölkonzerne.

Das steckt hinter ihrer angeblichen Sorge um demokratische Rechte der libyschen Bevölkerung. Sie wollen eine Regierung, die sich ihnen vollständig unterwirft. Sie haben Gaddafi den Sturz der Monarchie und die Verstaatlichung des Öls nie verziehen.

Fakt ist, den USA sind die Demokratie-Rechte Lybiens ziemlich egal. Denen geht es nur um ihre eigenen, imperialistischen Interessen.

Es ist nur ziemlich feige, dass sie dieses hinter dem „Deckmantel der Demokratie“ verstecken. Aber wirklich wundern braucht man sich darüber nicht – man kennt ja nichts anderes.

Quellen: http://www.zeit.de/online/2008/09/libyen-oel

http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/boerse-inside/us-boersen-auf-libyens-oel-fokussiert/3887434.html

http://oraclesyndicate.twoday.net/stories/stimmen-der-vernunft-aus-den-usa/

http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/27/0,3672,8219099,00.html

http://www.welt.de/politik/ausland/article12726629/Die-geheimen-Militaerplaene-der-USA-fuer-Libyen.html

Siehe auch: https://deinweckruf.wordpress.com/2010/10/12/irak-auf-dem-weg-zur-ol-weltmacht-amerika-wirds-freuen/

https://deinweckruf.wordpress.com/2010/09/05/saddam-hussein-wollte-frieden-bush-aber-wollte-krieg-und-ol/

https://deinweckruf.wordpress.com/2010/07/30/der-wahre-grund-des-afghanistankriegs/

Bei der Bundespressekonferenz vom 18.02.2011 guckten die Journalisten in die Röhre: Denn Guttenberg selber war nicht anwesend. Warum nicht?

Nun, der edle, ehrliche, und der sich immer allen Problemen stellende (Achtung – Ironie!) wollte zu den Plagiatsvorwürfen nur ausgewählten Journalisten Rede und Antwort stehen!

Und wer diese „ausgewählten Journalisten“ waren, dürften wohl jedem ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Denn diese „ausgewählten Journalisten“ waren laut dem „Handelsblatt“ gar keine Journalisten,  sondern nur(!) Kameraleute und Mikrofonhalter!

Die beruflichen „Fragesteller“ hingegen standen zur selben Zeit 400 Meter Luftlinie entfernt in der Bundespressekonferenz, und waren außer sich vor Wut, wie man in dem Video auch deutlich sehen kann.

Schon alleine diese Handlung, dass er zu feige war vor echten Journalisten zu sprechen, weil diese ihm ja ein paar unangenehme Fragen hätten stellen können, offenbarten Guttenbergs wahres Gesicht.

Und sein wahres Gesicht ist das eines feigen, unehrlichen und arroganten Strahlemanns, der die Menschen anscheinend perfekt blenden kann.

Doch, wie wir ja mittlerweile eigentlich alle wissen sollten – der Schein trügt.

Und wie…

 Quellen: http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/der-volkstribun/3879462.html?p3879462=all

http://www.youtube.com/watch?v=6Zqn_8wsKjM

Siehe auch: https://deinweckruf.wordpress.com/2011/02/20/karl-theodor-zu-guttenbergs-stellungnahme-und-die-beteuerte-unschuld-das-gutten-plag-wiki-beweist-aber-etwas-anderes/

https://deinweckruf.wordpress.com/2011/02/17/link-das-gutten-plag-wiki/

https://deinweckruf.wordpress.com/2011/02/24/jurgen-trittin-vergleicht-zu-guttenberg-mit-felix-krull-von-thomas-mann-sehr-sehenswert/

Jetzt ist er zurückgetreten, Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg, der Politstar, der Kriegsminister, der Blender, der angeblich „beliebteste Politiker Deutschlands“, so wie er gerne von seinen Lieblingsmedien hofiert wird, und ganz Deutschland diskutiert darüber.

Es kam schon ein wenig überraschend, dass er jetzt noch zurückgetreten ist, hätte man diesen Schritt doch schon viel früher erwartet.

Ein Sieg der Medien, der Opposition, oder aber doch des Internets? Biendara twitterte „wir haben gewonnen Leute, der Blender ist zurückgetreten!“

Ja, es ist schon ein kleiner Sieg des Internets, das Medium, welches selbst die Springerpresse nicht bezwingen konnte.

Und doch hält die Springerpresse, in diesem Fall natürlich in allererster Linie die Bildzeitung, dem Ex-Verteidigungsminister weiterhin die Stange.

Es geht sogar soweit, dass Kai Diekmann, Chefredakteur der Bildzeitung und ein guter Freund zu Guttenbergs, sich hinsichtlich des Rücktritts zu einem Nachruf genötigt fühlte. Und dieser Nachruf hat es in sich.

Dieckmann spielt mit allen Karten, von Neidern bis zu dem „vom Volk geliebten Minister“ ist natürlich alles drin. Doch vieles aus seinem Munde wirkt unglaubwürdig und auch ein wenig heuchlerisch.  Aber zur eigenen Urteilsbildung hier erstmal der Nachruf:

Graues Mittelmaß

Karl-Theodor zu Guttenberg hat sich und dem Land Schaden zugefügt.

– Anmerkung: Wie wahr.

Und trotzdem hat Horst Seehofer recht behalten: „Ein Minister stürzt nur, wenn die eigene Partei es will.“

– Anmerkung: Jaja, immer sind die anderen schuld, aber das kennt man bei Guttenberg ja zu Genüge.

Nein, nicht die Kanzlerin hat Guttenberg verlassen, ganz im Gegenteil.

– Anmerkung: Stimmt, die Kanzlerin hat immer zu ihm gehalten, obwohl einer ihrer Minister seine Authenzität und Glaubwürdigkeit verspielt hatte.

Schon komisch, dass eine Frau mit wissenschaftlichem Grad und Doktortitel sich nicht von ihrem Minister eben wegen ihres eigenen wissenschaftlichen Grades beleidigt fühlte, aber da sieht man mal wieder, dass die Kanzlerin mit Betrug und Betrügern in den eigenen Reihen anscheinend keine Probleme hat – was für ein Armutszeugnis für die Glaubwürdigkeit der deutschen Politik.

Es waren die Kleinmütigen, das parteipolitische Mittelmaß, die Neider.

– Anmerkung: Soso, die Neider also, das ist ja mal wieder eine gute Argumentation. Ich glaube kaum, dass beispielsweise eine Bildungsministerin wie Annette Schavan, die Guttenberg zu recht kritisierte und sich sogar für ihn schämte, kleinmütig ist und voller Neider.

Der Vorwurfs des „Neids“ gehört übrigens zur argumentativen Grundausstattung der Guttenberg-Fans und ist ein typisches Totschlagargument.

Außerdem klingt die Aussage „das parteipolitische Mittelmaß“ sehr überheblich, als wäre der Baron etwas Besseres nur wegen seinem Adelstitel, aber eben diese Überheblichkeit scheint ja sowohl bei Dieckmann als auch bei Guttenberg eine der vielen Charaktereigenschaften sein, die sie gemeinsam haben.

Es ging schon mal anders.

– Anmerkung: Wieso? Bis auf zwei, drei Abweichler standen bei der CDU/CSU doch weiterhin alle hinter ihm, sie waren sogar so solidarisch-blind, dass die ganze Partei bzw. plus FDP sogar die gesamte Koaliton an Glaubwürdigkeit verloren hatte.

Geschlossen hatten sich die Grünen seinerzeit um Joschka Fischer geschart, als er als Polizisten-Prügler enttarnt wurde – aber selbstredend Außenminister blieb. Auch die SPD stützte den einst mit der Stasi kungelnden Manfred Stolpe im Amt des Ministerpräsidenten. Und Roland Koch durfte als „brutalst-möglicher Aufklärer“ in eigener Sache jahrelang erfolgreich Hessen regieren.

-Anmerkung: Das ist wahr. Die Debatte um Fischer gab es auch zu Recht, da man nicht sicher war, ob ein Polizisten-Prügler und Steinewerfer als deutscher Außenminister überhaupt tragbar wäre.

Aber es war eine Jugendsünde, Vergangenheit und vor allem: Eine menschliche Verfehlung, und kein Betrug. Außerdem hat sich Fischer nie als Mr.Perfect ausgegeben, er hatte sich nie so ein aalglattes Image aufgebaut wie ein Herr zu Guttenberg, das ist der Unterschied. Guttenberg aber hat betrogen und mußte dafür nun die Konsequenzen ziehen.

Und Joschka Fischer jedenfalls hat sofort auf die Anschuldigungen reagiert, hat sie eingestanden und sich entschuldigt. Guttenberg aber hat lange herumgeeiert und bis zum Schluß nicht vollends zugegeben, dass er sich des Plagiats schuldig gemacht hat.

Was aber wahr ist dass die grüne Partei immer hinter Fischer gestanden hat, wahrscheinlich aber auch deswegen, weil er sofort ehrlich war und seine Fehler eingestanden hat.

Kein Kollegengespräch, keine Kantinenpause, die in den letzten Tagen nicht von der Auseinandersetzung um Guttenberg beherrscht wurden.

Das Volk war mehrheitlich bereit, Guttenberg zu verzeihen.

– Anmerkung: Wirklich, war das so? War das Volk wirklich bereit, Guttenberg zu verzeihen? Nun, das Internet sagt aber etwas völlig anderes. In den meisten Umfragen, bis auf die der Bild natürlich (woran das wohl liegt?…) war das Volk aber für einen Rücktritt zu Guttenbergs, und guckt man sich mal in den ganzen Internetforen um, liest die Meldungen bei Twitter oder Artikel von WordPress-Blogs, so kommt man definitiv zu demselben Ergebnis.

Das Internet jedenfalls besteht mehr aus Guttenberg-Kritikern als aus Fürsprechern.

 

Weil er begeisterte, weil er vielen den Glauben an die Politik zurückgegeben hatte.

– Anmerkung: Ja, hat er das wirklich? Also wirklich begeistern konnte er mit seiner politischen Arbeit eher die wenigsten. Vielmehr wurde uns doch Tag für Tag durch die Bildzeitung und anderen Medien eingebleut, dass er uns begeistert und zu begeistern hat.

Er wurde zum Boulevard-Star aufgebauscht, der Baron, mit seinem Schloss, und der hübschen Frau…

Karl-Theodor zu Guttenberg ist ein gradliniger, aalglatter Politiker, der sich immer als Mr. Perfect ausgab – „Verantwortung verpflichtet“, und dieses Kartenhaus vom unfehlerhaften Prinzen ist jetzt nun in sich zusammengefallen.

Der „Hype“ um ihn ist nur durch die Medien entstanden, aber das charismatische Format eines Willy Brandts hatte er noch nie.

Das graue Mittelmaß an den Hebeln der Macht sah das anders, fühlte sich vom Erfolg des Ausnahme-Politikers bedroht.

– Anmerkung: Manchmal kann so ein „graues Mittelmaß“ sympathischer sein als ein aalglatter, spießiger und scheinbar perfekter Blender…

Abgesehen davon halte ich die Theorie, dass aus den eigenen Reihen ihn jemand gestürzt hat, für falsch.

Und die Opposition hat nur ihre Arbeit gemacht, die CDU/CSU und FDP hätten bei einem so gravierenden Fehlverhalten der SPD, Grünen oder Linken sicherlich genauso reagiert und „Stimmung gemacht.“

Guttenberg, der natürlich einen schwerwiegenden Fehler gemacht hat, wurde nicht verziehen.

– Anmerkung: Ihm wäre verziehen worden, hätte er von Anfang an anders reagiert. Ehrlichkeit und Einsicht von Anfang an wären beim Volk sicherlich besser angekommen.

Wer glaubt, sein Rücktritt bleibe nun vor allem als Akt der politischen Selbstreinigung im Gedächtnis, der irrt. Der Sturz des Verteidigungsministers markiert eine Zäsur: die beängstigende Entfremdung zwischen Regierten und Regierenden, zwischen der Bevölkerung und der Politik.

– Anmerkung: Das stimmt. Aber man kann die Schuld nicht nur beim Volk suchen. Das Vertrauen des Volkes in die Politiker ist schon seit längerem schwer erschüttert. Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass sich die Bürger von den Politikern nicht so recht vertreten fühlen. Die Politiker interessiert es nicht mehr, was das Volk will – nein, die Politik regiert am Volk vorbei.

Und genau deswegen misstraut man den Politikern, man zieht sich zurück ins Internet, um sich dort gegenseitig auszutauschen. Und wenn dann solche Dinge rauskommen wie eben das Plagiat von Guttenberg, dann fühlt sich das Volk bestätigt und versucht, die Wahrheit herauszubekommen.

Das Internet hat viel Macht, das GuttenPlag-Wiki ist ein Beweis dafür.

Der Rücktritt zu Guttenberg war auf jeden Fall genau das Richtige. Er zieht sich aus der Öffentlichkeit zurück, und in ein paar Jahren, kann er vielleicht wieder zurück auf die politische Bühne. Denn dann hat Deutschland gesehen, dass es ihm wirklich leid tat und dass ihm das Volk auch wichtig ist. Und dann hat das deutsche Volk ihm auch verziehen, er hat an Glaubwürdigkeit zurück gewonnen und die Sache ist vom Tisch.

Wenn eine repräsentative Demokratie sich aber so weit von den Menschen entfernt, entfernen sich irgendwann die Menschen von der Demokratie.

– Anmerkung: Tia, das liegt aber auch daran, dass sich die Politik immer mehr von den Menschen entfernt. Wie schon gesagt, viele haben das Gefühl, dass die Politiker am Volk vorbei regieren.

Die Volksvertreter müssen wieder Volksvertreter werden, und nicht die Handlanger und Interessenvertreter anderer Staaten und Institutionen.

Verloren haben alle. Karl-Theodor zu Guttenberg erst mal seinen guten Ruf und sein Amt. Und Deutschland eines seiner größten politischen Talente.

– Anmerkung: Das ist Ansichtssache. Politisches Talent hin oder her, was bringt es wenn dieser Politiker ein Glaubwürdigkeitsproblem hat? Und wie soll sich Deutschland mit einem Politiker identifizieren, der aufgrund seines Adelstitels alles Mögliche geschenkt bekommt, also auch einen Doktortitel?

Die Lobhudelei eines Kai Diekmanns in allen Ehren, aber es schickt sich nicht, als Chef der Bildzeitung für ganz Deutschland zu sprechen, das ist sowieso ein großes Problem der Bild und auch einiger anderer Springergazetten, nämlich dass sie Deutschland sozusagen in den Mund legt, was es zu fühlen oder zu glauben soll, auch der Spiegel kritisiert in seiner aktuellen Ausgabe dieses seltsame Vorgehen.

Man merkt, dass hier kein unabhängiger, freier Journalist spricht, sondern ein Medien-Profi, der schon seit Jahren weiß, wie man das Volk am Geschicktesten manipuliert.

Denn um nichts anderes als das geht es bei der Bildzeitung tagtäglich, nämlich um das Volk zu erziehen und manipulieren wie es Politik und Medien gerade so passt.

Und genau deswegen hat das Volk auch das Vertrauen zu Medien und Regierung verloren. Umso heuchlerischer ist es eben diese Tatsache aus dem Munde von jemandem wie Kai Diekmann zu hören.

Jemand, der nicht davor zurückschreckt, extreme Propaganda zu betreiben.

Quelle: http://www.bild.de/BILD/news/standards/kommentar/2011/03/02/kommentar-von-kai-diekmann.html

Siehe auch: https://deinweckruf.wordpress.com/2011/03/01/guttenberg-und-die-springerpresse-eine-liebe-auf-kosten-der-unabhangigkeit/

https://deinweckruf.wordpress.com/2011/02/17/link-das-gutten-plag-wiki/