Durch Zufall bin ich auf die Seite des Bundestages gestoßen, wo auch alte Artikel aus der Zeitung Das Parlament abrufbar sind.

Das Parlament ist eine politische Zeitung, die von 1952 bis 2000 von der Bundeszentrale für Politische Bildung herausgegeben wurde. Seit dem 1. Januar 2001 wird sie aber vom Deutschen Bundestag herausgegeben.

Der Beitrag den wir hier besprechen wollen stammt aber aus der Beilage „Aus Politik und Zeitgeschichte“, welche wohl immer noch von der „Bundeszentrale für politische Bildung“ veröffentlicht werden, dies tut aber eigentlich nichts zur Sache, da diese Bundeszentrale natürlich genauso zum Bundestag und zur Bundesregierung gehört. Und die Bundeszentrale hat auch Macht, wie man am Fall Konrad Löw sehen kann, bei dem die Bundeszentrale die Verbreitung seiner Texte einfach stoppte, aber das ist eine andere Geschichte.

Nun gut, konzentrieren wir uns jetzt mal auf den Artikel, denn schon die Überschrift verrät einiges:

„Globalisierungskrise: Geburt einer neuen Weltwirtschaftsordnung?“

Es wird also schon gleich klargemacht, auf was man hinaus will, nämlich auf eine neue Weltordnung. Doch diese neue Weltordnung muß natürlich auch ausreichend begründet werden, und so beginnt man in der Einleitung mit der schweren Finanzkrise, Zitat:

Das Krisenjahr 2008/09 brachte das internationale Finanz- und Wirtschaftssystem an den Rand des Kollapses. Was als Finanzkrise begann, ging schnell in eine schwerwiegende Wirtschafts- und Globalisierungskrise über, mit tiefen Einschnitten in der Produktion und einem gravierenden Rückgang an internationalem Handel und an ausländischen Investitionen.“

Hier wird also nochmal die Schwere dieser schlimmen Finanzkrise verdeutlicht, um dem Normalo-Bürger klarmachen zu wollen, dass es einer Änderung der aktuellen Weltordnung bedarf, und dass man es nur durch die Weiterführung und Erhaltung der Globalisierung schafft, diese schwere Finanzkrise wieder in den Griff zu kriegen, man setzt also in seiner Überzeugung auf Angst.

Und genau das, was ich gerade beschrieben habe, verlangt die Bundeszentrale auch in ihrem nächsten Satz, Zitat:

„Mit der Diskussion um die Ursachen der Finanzkrise geht auch eine Debatte um deren Folgen einher, vor allem auch um die Frage, wie die Weltwirtschaftsordnung umstrukturiert werden müsste, damit eine Wiederholung der Krise vermieden werden kann.“

Die Finanzkrise wird also quasi dafür benutzt, um die Weltordnung umstrukturieren zu können, das heißt durch die Globalisierung sollen Staaten künftig mehr kontrolliert werden, auch damit es keinen Rückzug in die nationale Politik mehr geben kann.

Doch das reicht als Begründung für eine neue Weltordnung natürlich noch lange nicht aus, deswegen greift man in die Trickkiste und packt die schwere Finanzkrise von 1929 auf den Tisch:

„Die Intensität, mit der die Diskussion geführt wird, und der viel beschworene Vergleich mit der Weltwirtschaftskrise 1929 lassen den Eindruck entstehen, dass es sich bei der aktuellen Krise um ein „once-in-a-lifetime“-Ereignis handelt und einschneidende Veränderungen und eine neue Weltordnung unmittelbar bevorstehen.

„[…]Wichtig ist ein Blick in die Vergangenheit, und zwar über den historischen Vergleich mit der Krise 1929 hinaus. Nach einer Beschäftigung mit den Erkenntnissen aus vergangenen Wirtschaftskrisen wird dieser Beitrag die Entwicklung der Weltwirtschaftsordnung nachzeichnen, mit besonderem Augenmerk auf die Rolle einer wirtschaftlichen Führungsmacht und die Einbindung von Entwicklungsländern in diese Ordnung.“

Also wird das Beispiel, die Finanzkrise von 1929 hier als Vorbild angepriesen, um eine neue Weltordnung durchzusetzen. Das Erwähnen einer(!) „wirtschaftlichen Führungsmacht“ lässt ganz klar auf die Global Governance, also auf die eine Weltregierung schließen. Der Traum von „der einen Welt“ soll realisiert werden, ohne Wenn und Aber.

In dem nächsten Abschnitt wird die Rolle einer dominanten Weltwirtschaftsmacht dann auch nochmal stärker thematisiert, und man versucht geradezu propagandistisch die nationalen Staaten als wertlos für die globalisierende Zukunft erscheinen zu lassen, Zitat:

„In der globalen Wirtschaft ist der Umgang mit Finanz- und Wirtschaftskrisen nicht durch nationale Lösungen zu bewältigen, sondern muss durch internationale Zusammenarbeit geschehen.

[…]Diese Kooperation kann durch internationale Organisationen und Regime unterstützt werden.“

Nationale Lösungen sind also nicht gut genug, will man denn im globalisierenden Wettbewerb ganz oben stehen, und das will unsere Bundesregierung, soviel ist sicher.

Aber kommen wir doch nochmal auf die dominante Weltmacht zurück, dieses diktatorische Konstrukt mit Blick auf die Global Governance findet auch in den nächsten Sätzen durchaus begeisternden Anklang:

„Verschiedene Theoretiker räumen internationalen Institutionen nur dann eine Überlebenschance und ausreichenden Einfluss ein, wenn sie durch einen dominanten Staat bzw. eine Hegemonialmacht gestützt werden. Gemäß der hegemonialen Stabilitätstheorie sorgt die Führungsmacht im internationalen System für Frieden und stellt andere öffentliche Güter bereit, etwa eine(!) stabile Währung und eine liberale Handelsordnung.“

Soweit, so schlecht. Doch es geht noch schlechter – denn wer soll wohl nach Ansicht des Bundestages die Rolle dieser dominanten Weltmacht übernehmen? Ja, richtig, die USA:

Sowohl die Führungsmacht USA als auch ihr Vorgänger Großbritannien vertraten eine liberale Werte- und Normenordnung und befürworteten folglich auch eine liberale Weltwirtschaftsordnung. Die USA haben nach dem Zweiten Weltkrieg bereitwillig die Rolle des dominanten Weltstaates übernommen und auf eine internationale Währungsordnung und ein liberales Handelsregime hingewirkt. Als Führungsmacht wurden sie von Europa und Japan akzeptiert.

 Die USA verfügten lange Zeit über eine starke Wirtschaft, und der US-Dollar wurde zur Leitwährung.“

Lobhymen auf Amerika, doch halt – da war doch noch was! Richtig, Deutschland und der Rest der Europas muß da mit reinpassen, das müssen wir den Bürgern ja auch noch gut verklickern:

„Diese von den USA favorisierte Wirtschaftsordnung wurde zuerst unilateral verwaltet; doch schon bald zeichnete sich ab, dass die USA das Management des internationalen Wirtschaftssystems nicht alleine schultern konnten. Keine andere Wirtschaftsmacht war gewillt, die Führungsrolle zu übernehmen; folglich wurde das System multilateral verwaltet, wenn auch mit einem besonders starken Einfluss der USA. Die multilaterale Verwaltung der Wirtschaftsordnung weitete sich immer stärker aus. Vor allem die Organisation des Handelsregimes, aber auch der internationalen Finanzordnung wurde von mehreren Staaten getragen.“

So versucht man das dem Bürger schmackhaft zu machen, man erzählt einfach dass die USA es in der Vergangenheit nicht alleine als Führungsmacht geschafft haben, sondern Hilfe von Europa und Co brauchten. Dadurch will man die Wichtigkeit Deutschlands hervorheben, und sagen, dass die USA zwar weiterhin die dominierende Weltmacht sein sollen, aber sie trotzdem durch eine multilaterale Ordnung unterstützt werden, das ist dann wieder ein weiterer propagandistischer Punkt, um die Global Governance in ein positives Licht zu rücken.

Desweiteren wird der G20 erwähnt, und es wird eingeräumt, dass die USA auch dort weiterhin die Führungsrolle übernommen haben, zwar werden die anderen Staaten auch gehört, aber Tonangeber sind immer noch die Vereinigten Staaten. Man sollte das durchaus kritisch sehen, denn den anderen Staaten wird nur wenig Eintscheidungsspielraum gegeben, aber immerhin noch soviel, dass sie anscheinend selbst glauben, sie wären wichtig und hätten auch etwas zu sagen, die Wahrheit sieht aber leider anders aus.

Bei den IWF, den „Internationalen Währungsfonds“ kommt die Bundeszentrale in Erklärungsnot, bezüglich des Vorwurfs, dass die IWF nur eine Marionette amerikanischer Interessen sei, Zitat:

„Der Vorwurf, dass der IWF nur eine Marionette amerikanischer Interessen sei, ist nur bedingt aufrechtzuerhalten. Die USA kontrollieren 16,77 Prozent der Stimmen, sind also weit von einer Mehrheit entfernt. Doch besitzen sie faktisch ein Vetorecht, denn wichtige Entscheidungen müssen beim IWF mit einer Mehrheit von 85 Prozent getroffen werden. Dadurch üben die USA beträchtlichen Einfluss aus. Mehrere Beispiele könnten genannt werden, die den Verdacht nahelegen, dass Kredite des IWF im Hinblick auf außenpolitische Ziele der USA bewilligt wurden (etwa eine neue Vereinbarung des IWF mit Pakistan im Jahr 2001). Empirische Studien fanden Hinweise dafür, dass neben wirtschaftlichen Erwägungen eine Nähe zu den USA durchaus hilfreich sein kann bei der Entscheidung, welche Staaten überhaupt einen IWF-Kredit bekommen. So können ein an den USA orientiertes Abstimmungsverhalten zu wichtigen Punkten in den UN-Vollversammlungen, US-Entwicklungshilfezahlungen, aber auch ein Militärbündnis mit den USA eine Rolle bei der Bewilligung und Ausgestaltung von IWF-Krediten spielen.“

Dieses Herausreden war aber doch völlig erfolglos, oder? Im Gegenteil, sie haben nämlich mit ihren Rechtfertigungsversuchen vollends bestätigt, dass der IWF nur eine Marionette amerikanischer Interessen ist! Es ist von beträchtlichem Einfluss der USA die Rede, von einem Abstimungsverhalten orientiert an den USA, und das sie Kredite vom IWF für ihre außenpolitischen Ziele bekommen haben – also das ist doch ein ganz klarer Beweis, dass der IWF nur die Marionette der USA ist!

Der letzte Abschnitt fragt schon in seiner Überschrift nach einer neuen Weltordnung, dieses wird natürlich nicht so offensichlich bejaht, denn man will ja den Bürger nicht mit verschwörerischen NWO-Gefasel verunsichern. Und so wird lieber unterschwellig eine neue Weltordnung propagiert, die dann aber gleich als „nicht gravierend“ relativiert wird, Zitat:

 „Die Weltwirtschaftsordnung wird sich verändern, wenn auch nicht so gravierend, dass wir tatsächlich von einer neuen Weltordnung reden könnten.“

Sicherheitshalber wird also lieber jetzt erstmal auf die Bremse getreten, hatte man doch schon in den vielen Zeilen vorher die Katze mit einer neuen Weltordnung und der daraus resultierenden einen Weltregierung aus dem Sack gelassen.

Abschließend bleibt nur noch zu sagen, dass die NWO kommen wird. Denn es ist eben doch kein verschwörerisches Gefasel, als das es viele gerne abtun, sondern es ist ein unwiderlegbarer Fakt auf der Seite des Bundestages.

Quelle: http://www.bundestag.de/dasparlament/2009/52/Beilage/003.html

Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Parlament

http://www.bpb.de/die_bpb/

https://deinweckruf.wordpress.com/2010/10/09/die-bundesregierung-schwarmt-von-der-global-governance-teil-1/

Kommentare
  1. Invisible sagt:

    Sehr guter Artikel, danke dafür!
    Da wird die NWO angepriesen, die spinnen doch wohl!

  2. Infokrieger sagt:

    Yep, sehr gute Recherche, und guter Artikel.
    Vor allem die letzte Passage gefällt mir, von wegen die NWO wäre keine Verschwörungstheorie, sondern Fakt – denn das beweist dieser Artikel vom Bundestag ja wohl eindeutig.

  3. Melanie sagt:

    Ich frage mich nur immer, warum die Medien das totschweigen. Sollte das nicht Topthema in den Medien sein, und nicht der ach so böse Islam?

    Ich glaube langsam das die Panikmache wegen der angeblichen Islamisierung und schlechten Integration nur ein Ablenkungsmanöver ist, um uns von den wirklich wichtigen Themen, nämlich EU, NWO, Weltregierung etc abzulenken. Denn die Medien stecken ja auch mit drin.

    Bleibt dann nur die Frage, wie wir das ändern können?

  4. […] Durch Zufall bin ich auf die Seite des Bundestages gestoßen, wo auch alte Artikel aus der Zeitung Das Parlament abrufbar sind. Das Parlament ist eine politische Zeitung, die von 1952 bis 2000 von der Bundeszentrale für Politische Bildung herausgegeben wurde. Seit dem 1. Januar 2001 wird sie aber vom Deutschen Bundestag herausgegeben. Der Beitrag den wir hier besprechen wollen stammt aber aus der Beilage "Aus Politik und Zeitgeschichte", welche wo … Read More […]

  5. @Melanie: Bingo, endlich sagts mal jemand. Das Ganze ist eine einzige Ablenkung und Spaltung, in dem man alle möglichen Bevölkerungsgruppen aufeinanderhetzt. Bei den Muslimen wird es da nicht bleiben. Schon jetzt heißt es ja vielerorts schon, dass die Alten zuviel kosten. Im Kapitalismus wird der Mensch nur nach seiner Nützlichkeit bewertet. Menschen werden verdinglicht, und Dinge werden vergöttlicht.
    Wie man das ändern kann? Indem man versucht, sachlich zu argumentieren, statt ebenso zurückzugeifern.

    Insgesamt kommt man aber nicht darum herum, vor der eigenen Türe zu kehren. Also wahre Menschlichkeit leben, das fängt in der eigenen Familie an. Viele Leute wollen gern die ganze Welt verändern, vergessen dabei aber, dass sie sich erst selber ändern müssen.

    Konkrete Vorschläge, die wirklich JEDER einhalten kann: Einfach mal ein nettes Wort zu der gestressten Supermarktkassiererin, zum Nachbarn, wenn es dort oder im Bekanntenkreis Kranke gibt, sie besuchen und so in der Art. Wenn man einen Bettler irgendwo sitzen sieht, ihm ein paar Brötchen kaufen statt Geld zu geben. Das sind alles nur sehr punktuelle Maßnahmen und ändern nichts, möchte man einwenden. Das stimmt auch. Aber wir können nicht davon reden, die Welt zu verändern, während wir selbst so bleiben, wie wir sind.

    Bildzeitung und sonstige Systemmedien konsequent boykottieren, keinen Cent für diese Blätter ausgeben, bzw. möglichst überhaupt alle US-raelischen Waren boykottieren, soweit möglich. Sich über politische komplexe Zusammenhänge informieren, recherchieren, soweit es die Zeit erlaubt.
    Man sollte auch nicht über die Verhältnisse leben, also keine Kredite aufnehmen für Wohnungseinrichtung, Auto, Urlaub etc. Denn damit stützt man das Zinssystem.

    Grüße

    • Melanie sagt:

      Ja, der Meinung war ich schon von Anfang an. Mir reichts auch langsam mit dieser ewigen Islam-Hetze!
      Seitdem Sarrazin sein Buch rausgebracht hat, wird meine Freundin Birgül nur noch schief angeguckt, das ist doch Diskriminierung so was!
      Und Politik, Medien, alle diskriminieren mit, zum Kotzen!

      Ja, das sind gute Tipps, für die Blödzeitung und alle anderen Springermedien geb ich sowieso kein Geld aus, das sind ganz große Verbrecher, waren sie auch damals schon, als sie gegen die RAF gehetzt haben.

      Vielleicht kapieren bald ja immer mehr Menschen, was in Deutschland und dem Rest der Welt so abgeht, hoffentlich.

  6. Deniz sagt:

    Ja, da muß ich Melanie auch zustimmen. Der Islam wird instrumentalisiert um von den eigentlichen Zielen der Politik abzulenken.

    Die Medien sollten uns darüber aufklären, was es mit der NWO auf sich hat, und dass es alles auf die eine Weltregierung hinauslaufen wird.

    Das macht mir Angst, vor allem weil hier die Bundesregierung so klare Worte dafür findet, von einer Veschwörungstheorie kann also wirklich keine Rede sein.

  7. Realist sagt:

    NWO auf der Bundestagsseite? – Na, und ich dachte immer das alles wären nur Verschwörungstheorien!
    Dieser Artikel muß unbedingt verbreitet werden, damit unsere Kritiker sehen dass die NWO nun mal ein unwiderlegbarer, furchtbarer Fakt ist.

  8. Spartakus sagt:

    es ist ein Fluch der Zeit das Irre Blind führen

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