In einem älteren SPIEGEL-Online Interview sprach der amerikanisch-israelische (jetzt EX-)Inhaber der ProSiebenSat.1 Media AG, Haim Saban sehr offen über seine politischen Beziehungen und den Einfluss der Medien.

Der Multimilliardär kontrollierte einst mit ProSieben, Sat 1, N24 und Kabel 1 die Hälfte des bundesrepublikanischen Privatfernsehmarktes, vor kurzer Zeit hat er zwar das Unternehmen verkauft, trotzdem ist er aber noch gut im Geschäft. Haim Saban ist ein guter Freund von Rupert Murdoch, beide haben auch schon zusammen gearbeitet.

 Jedenfalls äußerte er sich in dem – zugegebenermaßen etwas veralteten – Interview zu seiner damaligen Übernahme des ProSiebenSat.1 – Medienkonzerns folgendermaßen:

„Mir war immer klar, dass die Medienindustrie eine sehr politisierte Branche ist. Das ist überall so, weltweit. Also habe ich zuallererst den ehemaligen israelischen Ministerpräsidenten Ehud Barak angerufen, er möge bei seinem Freund Gerhard Schröder mal vorfühlen, ob wir als Investoren willkommen wären. Auch mit Edmund Stoiber und seinen Ministern Huber und Wiesheu habe ich mich schon vor dem Deal getroffen, um sicherzustellen, dass sie unser Vorhaben unterstützen. Hätte man mir signalisiert, dass man versucht, das Unternehmen in deutschen Händen zu halten, hätte ich nicht mal ein Gebot abgegeben.“

Schröder soll ihn sogar aktiv zur Übernahme ermuntert haben:

„Er war sehr offen und hat sinngemäß gefragt: Sie wollen Geld ins Land bringen? Nur zu, willkommen. Das hat mir gefallen, so soll- te es sein.“

Und damit nicht genug, in dem Interview schilderte Saban auch noch, dass er darüber nachdenkt, nach dem Vorbild des Springer-Konzerns sämtliche Mitarbeiter zu verpflichten, in ihrer Arbeit die „Lebensrechte des israelischen Volkes“ zu unterstützen. Denn auf die Frage, ob er sich ein ähnliches Grundsatzmodell wie der Springer-Konzern für die ProSiebenSat1Media vorstellen könnte, zieht Saban grinsend die Springer-Grundsätze aus seiner vor ihm liegenden Mappe und antwortet:

„Komisch, dass Sie das fragen. Ich habe sie zu alleroberst in meinen ProSieben-Akten und finde die Idee absolut faszinierend. Aber für mich, als amerikanischen und israelischen Doppelstaatsbürger, der neu auf den Markt kommt, ist das natürlich eine etwas delikatere Frage. Ich muss darüber noch nachdenken und ein paar Meinungen und Ratschläge einholen. Bei uns in den USA könnte man das nicht machen. (Anmerkung deinweckruf: Aber hier im unfreien Betrügerdeutschland ist das natürlich kein Problem…)  Aber die Tatsache, dass ich die Essentials in meiner Mappe habe, zeigt, dass ich intensiv darüber nachdenke. Auf jeden Fall finde ich es großartig, dass Friede Springer und Mathias Döpfner ihr Haus auf diese Art im Sinne des Verlagsgründers weiterführen. Ich kann ihnen dazu gar nicht genug gratulieren.“

(Anmerkung zu Matthias Döpfner: Der Springer-Jünger Matthias Döpfner ist nicht nur ein guter Freund von Haim Saban, sondern er war damals auch noch Mitaktionär und hatte auch die Leitung des Prosieben-Konzerns mitübernommen.)

Die Springer-Grundsätze sind das Pendant für absolut parteiischen, abhängigen und unfreien Journalismus. Das damit dann auch eine halbwegs objektive Berichterstattung über die Menschenrechtsverletzungen durch Israelis an den Palästinenser ausbleiben wird, sollte jedem klar sein.

 Wer die Grundsätze nicht kennt für den poste ich sie nochmal:

  • Das unbedingte Eintreten für den freiheitlichen Rechtsstaat Deutschland als Mitglied der westlichen Staatengemeinschaft und die Förderung der Einigungsbemühungen der Völker Europas.
  • Das Herbeiführen einer Aussöhnung zwischen Juden und Deutschen, hierzu gehört auch die Unterstützung der Lebensrechte des israelischen Volkes.
  • Die Unterstützung des transatlantischen Bündnisses und die Solidarität in der freiheitlichen Wertegemeinschaft mit den Vereinigten Staaten von Amerika.
  • Die Ablehnung jeglicher Art von politischem Totalitarismus.
  • Die Verteidigung der freien sozialen Marktwirtschaft.
  •  Sie sollen – Zitat: „keine Meinungen vorgeben, definieren aber gesellschaftspolitische Grundüberzeugungen“ – hmm, gesellschaftspolitische Grundüberzeugungen definieren zwar nicht unbedingt eine Meinung, aber dafür eine ideologische Ausrichtung. Und diese ideologische Ausrichtung, nämlich vermutlicherweise die eines Liberalen oder eines Neocons, sind definitiv an den Grundsätzen festzumachen. 

    Bin ich eigentlich der einzige, dem auffällt wie eng die einzelnen Medien und deren Imperatoren zusammenarbeiten? Von Rupert Murdoch, über Haim Saban, bis hin zu Matthias Döpfner, sie alle scheinen irgendwie miteinander verbunden zu sein.

    Das liegt daran, weil alle Medien gleichgeschaltet sind. Es gibt keine unabhängigen, und auch keine unterschiedlichen Medien mehr, sie alle arbeiten nach dem gleichen Prinzip – Gleichschaltung. Denn aus der Reihe tanzen tut – traurigerweise – schon seit Jahren keiner mehr.

    Abschließen möchte ich diesen Artikel mit einem wunderbar-treffenden Zitat von Mike Nichols aus unserer „Zitat der Woche-Rubrik“:

     „Eine Handvoll Menschen kontrollieren die Medien der Welt. Derzeit sind es etwa noch sechs solcher Menschen, bald werden es nur noch vier sein – und es wird dann alles erfassen: alle Zeitungen, alle Magazine, alle Filme, alles Fernsehen. Es gab einmal eine Zeit, da gab es verschiedene Meinungen, Haltungen in den Medien. Heute gibt es nur eine Meinung, die zu formen vier, fünf Tage dauert – dann ist sie jedermanns Meinung.“

     

    Quellen: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-30748468.html

    http://www.axelspringer.de/artikel/Grundsaetze-und-Leitlinien_40218.html

    Siehe auch: https://deinweckruf.wordpress.com/2010/09/01/zitat-der-woche-teil-5-mike-nichols/

    https://deinweckruf.wordpress.com/2010/08/01/prozionistische-medien-teil-1-der-axel-springer-verlag/

    http://de.wikipedia.org/wiki/Chaim_Saban

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    Kommentare
    1. Realist sagt:

      Sehr guter Artikel, und sehr gute Recherche!
      Wieder ein Beweis mehr dafür, dass die Systemmedien kontrolliert und manipuliert werden.

    2. Deniz sagt:

      Man man man, wie blöde sind wir Deutschen eigentlich, dass wir diese Heuchelei von den scheiß Medien nicht bemerken?!

      Ich hab ja noch Verwandte in der Türkei, und wenn ich mit denen spreche sagen sie mir immer wieder, wie schrecklich sie westliche, amerikanische Medien und Einflüsse finden, und ganz ehrlich – ich bin diese amerikanisierte Welt mit ihren Betrügermedien auch so langsam leid.

    3. […]  https://deinweckruf.wordpress.com/2010/09/08/haim-saban-die-medienindustrie-ist-eine-sehr-politisiert… […]

    4. Jay sagt:

      Also deswegen schau ich schon seit mehr als einem Jahr durchweg kein Fernsehen mehr. Seitdem geht es mir VIEL besser und ich sehe die Dinge klarer. Es ist als ob ein Schleiher fällt. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ich lese auch keine Zeitung. Wenn ich etwas über die Welt erfahren will dann lese ich´s im Netz und am besten von verschiedenen Quellen. Zwar ist das auch nicht das Gelbe vom Ei aber wenn man mehrere Sichtweisen gelesen hat dann ergibt sich schon ein Bild vom eigentlichen Geschehen.

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