Eine Zensur findet nicht statt?

Veröffentlicht: August 24, 2010 in Überwachung, BRD, BRD-GmbH, Deutschland, EU, Faschismus, Medien, Meinungsfreiheit, Meinungsmache, Scheindemokratie, Stasi 2.0, Systempresse, Zensur

Seit kurzem hat das Wittener “Kulturforum– Anstalt öffentlichen Rechts” neue Richtlinien zur Kulturförderung erlassen. Diese Richtlinien schränken die Freiheitsrechte ein, und so hat der folgende Absatz dieser neuen Richtlinien schon zu wütenden Protesten geführt:

„3.3. Grundsätzlich nicht förderungswürdig sind:
Vorhaben, die ausschließlich Einzelpersonen, den Mitgliedern eines Vereins, einer Gruppe oder einer Initiative zugute kommen sowie Projekte mit rein kommerziellem Charakter oder mit erkennbar politischen oder religiösen Tendenzen.“

Freie Theatermacher sind entsetzt, Britta Lennardt vom „Lennardt & Lennardt Comedy Theater“ gesteht sogar:

„Ich habe geheult.“

 Beate Albrecht, auch eine freie Theatermacherin hat sich – unterstützt von weiteren freien Kulturschaffenden –  in einem offenen Brief an den Verwaltungsrat des Kulturforums und die Bürgermeisterin als dessen Vorsitzende gewandt, hier einmal ein paar Passagen daraus:

„[…]Nach Lektüre der Richtlinien, gings mir aber schlecht, ehrlich, sehr schlecht, fragte ich mich doch, ob Witten überhaupt was für freie Kunst übrig hat. Und der Frage bin ich nachgegangen.

[…]1. Geben Sie die Kunst wieder frei !

Streichen Sie den Passus mit den `…. politischen und religiösen Tendenzen´.

Ersetzen Sie ihn mit einem, der auch zukünftig keine Zensur zulässt und keine Peinlichkeit hinterlässt

Vorschlag

1. Der Grundsatz der künstlerischen Freiheit ist zu wahren

1.2. Von der Förderung ausgeschlossen sind

− Maßnahmen mit parteipolitischem Hintergrund oder mit gewerblichem Charakter

− Maßnahmen, die geeignet sein könnten, militaristische, neonazistische, totalitäre, rassistische, nationalistische oder Bevölkerungsteile diskriminierende Tendenzen zu bestärken bzw. entsprechende Inhalte zu verbreiten

– Organisationen und Personen, die in der Vergangenheit entsprechende Inhalte verbreitet haben.

Lassen Sie die Auseinandersetzung um die Bedeutung und den Rang religiöser und politischer Werte zu. Ein weiser Freund schrieb mir dazu: `Demokratie ist der Ausgleich der innergesellschaftlichen Konflikte durch geregelte zivilisierte Verfahren und nicht das Totschweigen der Konflikte.´ Besser kann ich es auch nicht sagen.“

Tia, dass die Kunstfreiheit eingeschränkt wird ist doch schon lange Fakt. Man bedenke nur mal die ganzen Filme aus den USA, die hier total zerschnitten werden – angeblich für den Jugendschutz.

Genauso ist es auch mit Videospielen oder zu harter Musik, wenn etwas indiziert wird ist es sogar für Erwachsene schwierig, an die Originalfassung überhaupt heranzukommen.

Und so ist diese Kultur-u. Kunstzensur nur ein kleiner Tropfen auf dem heißen Stein, aber es sollte auch den letzten Zweiflern zu denken geben, dass in einem angeblich so freien, demokratischen Land Zensur schon zur Tagesordnung gehört.

Quellen: http://www.basta-witten.habitants.de/2010/08/freie-theatermacherin-kritisiert-richtlinien-zur-kulturforderung/

http://www.derwesten.de/staedte/witten/Eine-Zensur-findet-nicht-statt-id3597912.html

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Kommentare
  1. Markus sagt:

    Deutschland ist eines der größten Zensurländer überhaupt!

    Da lästern die Systemmedien das China und der Iran das Internet zensiert, ja aber genau dasselbe tut die BRD doch auch!!

    Es gibt soviele seiten, auf die wir nicht zugreifen können und die im deutschen Google gar nicht auftauchen!

    Zu diesem Thema: Gut das sich das die Theaterleute nicht gefallen lassen wollen, nur mit Protest kan man was erreichen!

  2. Jennifer sagt:

    Mich regt das auch schon seit Jahren auf. Ich bin nämlich volljährig aber habe trotzdem unter der Jugendschutzzensur zu leiden!

    Bin ein großer SAW-Fan, aber seit Saw 2 zensieren die hier die Filme in Deutschland, so dass ich leider nur übers Internet oder durchs Bestellen bei Amazon.com an DIE Version des Films rankomme, DIE der Regisseur eigentlich für alle Filmfans vorgesehen hat!

    Aber den Film zu kürzen oder zu indizieren aus Jugendschutzgründen ist nicht richtig, weil man als Volljähriger trotzdem keine Möglichkeit mehr hat den Film in seiner Originalversion zu erwerben!
    Und das ist ganz klare Kunstzensur!

  3. martinsgedankenwelt sagt:

    Meinungsmache, Scheindemokratie, Stasi 2.0, Systempresse, Zensur, Überwachung – sind deine Tags zum Thema. Davon habe ich nichts im Text gefunden – geschicktes Tagging 😉

    Bitte verstehe: „Grundsätzlich nicht förderungswürdig sind Vorhaben (..) mit erkennbar politischen oder religiösen Tendenzen“, hat nichts, aber auch rein garnichts von einer Zensur, Systempresse, Überwachung oder dergleichen. Es heißt einfach nur, dass der Bund solche Projekte als Geldgeber nicht unterstützt, nicht dass sie nicht erlaubt wären. Natürlich kannst du immer noch Lessings „Nathan der Weise“ spielen, natürlich kannst du auch versuchen Tucholsky zu inszenieren und deine Projekte fördern lassen. Nicht aber eine Ausstellung der Zeichnungen aus dem Jyllands-Posten.

    @ Jennifer: Ich bin absolut mit dir. Es ist eine bodenlose Frechheit ist SAW 2 zu zensieren – der Staat macht da einfach was er will, wie kann er nur nicht jedes Amerikanische Recht adapieren. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Pro7 bei Talk, Talk, Talk die – von den Amerikanischen Talkshows zensierten – Brüste und Ausflüche mindestens resynchronisieren sollte.

    http://martinsgedankenwelt.wordpress.com/

    • deinweckruf sagt:

      „Meinungsmache, Scheindemokratie, Stasi 2.0, Systempresse, Zensur, Überwachung – sind deine Tags zum Thema. Davon habe ich nichts im Text gefunden.“

      ‚Zensur‘ steht sogar in der Überschrift, eine „Scheindemokratie“ ist es wenn man Kunstzensur betreibt, und auch die restlichen Begriffe hängen damit zusammen.

      deinweckruf – admin

  4. Deniz sagt:

    @martin: Na klar hat das was mit Zensur zu tun, wenn sie den Leuten Kunstfreiheit verbieten!

  5. martinsgedankenwelt sagt:

    Sie dürfen doch weiter ihre Künste ausüben, sie werden dafür nur nicht von der Stadt (Fehler bei mir, es geht um die Stadt Witten) gefördert. Lies Mal, Deniz!

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