Süddeutsche Zeitung kritisiert Wikileaks

Veröffentlicht: August 6, 2010 in Afghanistan, CIA, Deutschland, Globalismus, Imperialismus, Islam, Krieg, Medien, Meinungsmache, Obama, Politik, USA, Wikileaks, Zensur

Surprise, surprise – Obwohl die Dokumente das wahre Gesicht des schmutzigen Krieges in Afghanistan zeigen und einige Berichte im Spiegel und in der Süddeutschen Zeitung die Fakten nannten, hat sich kaum ein Kommentar in den deutschen Medien kritisch mit dem Inhalt der Dokumente auseinandergesetzt. Stattdessen bemühten sie sich lieber, ihre Bedeutung herunterzuspielen, und griffen gleichzeitig die Internetplattform Wikileaks und ihren Gründer Julian Assange an. Nach wenigen Tagen verschwand das Thema wieder nahezu komplett aus den Medien.

In der Süddeutschen Zeitung  behauptete Stefan Kornelius, ein Befürworter des Afghanistankriegs,  in den Dokumenten steckten „gar nicht so viele Sensationen“. Sie belegten lediglich, „was bereits bekannt war.“ Es sei deshalb falsch, „die Afghanistan-Papiere mit den Pentagon Papers zu vergleichen“. Diese 1971 von der New York Times veröffentlichten Papiere hätten damals nämlich belegt, dass die amerikanische Regierung „systematisch über den wahren Einsatz und ihre politischen Ziele im Vietnam-Krieg gelogen hatte“.

Genau das trifft jetzt auch wieder zu, und zwar sowohl für die amerikanische wie für die deutsche Regierung. Nur sind heute weder die Süddeutsche noch die New York Times bereit, der eigenen Regierung entgegenzutreten. Im gleichen Leitartikel wiederholt Kornelius die Propagandalüge, die mehr als 40 Nationen, die in Afghanistan Krieg führen, würden „vom aufrichtigen Interesse geleitet, Afghanistan Frieden und Entwicklung zu bringen“.

Die Dokumente, die das Gegenteil beweisen, betrachtet Kornelius als Bedrohung für den Kriegserfolg. Sie hätten „das Potential, die letzte Hoffnung für einen militärischen und politischen Erfolg in Afghanistan zu zerschlagen“, schreibt er. Genauso wie das Internet als Ganzes würden sie „zu einem gefährlichen Faktor für kriegsführende Nationen, da geheime Informationen kritisch sind für Erfolg und Misserfolg in einem Konflikt“.

Das ist eine kaum verdeckte Aufforderung zur Zensur. Die ehemals liberale Süddeutsche steht mittlerweile derart unkritisch hinter dem Afghanistankrieg, dass sie die Berichterstattung den Kriegszielen der eigenen Regierung unterordnet. Wer sich, wie der Wikileaks-Gründer Julian Assange, nicht an diese Regeln hält und seiner eigentlichen Aufgabe als Journalist nachkommt, wird dagegen scharf angegriffen.

So streut die Süddeutsche in einem weiteren Kommentar die Verleumdung, die Veröffentlichung der Dokumente sei „Teil einer PR-Strategie“, die „darauf gerichtet ist, die Bekanntheit von Wikileaks zu steigern und die Finanzierung durch Spenden zu sichern“. Dann zitiert sie Steven Aftergood, ein Mitglied des Bunds Amerikanischer Wissenschaftler, der Wikileaks „Informationsvandalismus“ vorgeworfen und die Plattform zu einem „Feind der offenen Gesellschaft“ erklärt hat. Die Süddeutsche vermerkt zwar, dieses Urteil sei „zu hart“, dennoch vertritt sie einen ähnlichen Standpunkt.

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/politik/wikileaks-und-afghanistan-dossiers-mit-wirkungsmacht-1.980073

Siehe auch: https://deinweckruf.wordpress.com/2010/08/04/ny-times-wikileaks-enthullung-vergleichbar-mit-den-pentagon-papers/

https://deinweckruf.wordpress.com/2010/08/03/washington-post-wikileaks-mus-geschlossen-werden/

https://deinweckruf.wordpress.com/2010/07/27/danke-wikileaks/

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Kommentare
  1. FBB sagt:

    Klar kritisieren sie das, die heutigen sog. etablierten Medien, also auch die Zeitungen sind alle abhängig und bedingungslos dem US-amerikanischen Kurs verschrien, es gibt außer uns Bloggern (speziell v.d. Truth-Bewegung) keine unabhängigen, freien Medien mehr.

    Aber dafür sind wir ja jetzt da 🙂

    BTW, super Blog, werde hier jetzt öfters vorbeischauen!

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