In einem unserer letzten Artikel haben wir Zbigniew Brzezinskis Buch „Die einzige Weltmacht. Amerikas Strategie der Vorherrschaft“ thematisiert und dabei vor allem seine These, Deutschland und auch der Rest Europas seien tributpflichtige Vasallen der USA, ausgebreitet.
Doch Brezinsiki ist nicht der einzige, der diese These vertritt. Auch der Spiegel deutet in einem seiner Artikel ähnliches an.
Der Artikel der gemeint ist stammt aus dem Jahr 1997 und trägt den Namen “Die Treue des Vasallen”. Darin spricht der Historiker Gerald Livingston Klartext.
Angefangen von der notorischen Kriegshetzerin Madeleine Albright, erklärt Livingston u.a. dass der Bosnienkrieg ein erfreulicher Startschuss für die Amerikaner war. Ein Startschuss, dass Deutschland nun auch in der Zukunft sich weiterhin an Kriegen – in welcher Form auch immer – beteiligen wird, Zitat:
“Nichts hat amerikanische Politiker seit der deutschen Einigung glücklicher gestimmt als die Entscheidung, Bundeswehreinheiten nach Bosnien zu schicken.
Wohl wissend, daß der Einsatz von Kampftruppen auf dem Balkan einen historischen Bruch mit der deutschen Nachkriegspolitik bedeutet, hofft Washington nun, daß diese Entscheidung den Weg ebnet für deutsche militärische Einsätze in anderen Krisenzonen, in denen die USA Hilfe brauchen, auch außerhalb Europas.”
Und genauso ist es dann ja auch gekommen. Obwohl es ein Bruch mit der deutschen Nachkriegspolitik war, haben sich Bundeswehreinsätze im Dienste der Supermacht nun etabliert. Verkauft wird diese tributpflichtige Hörigkeitspolitik mit dem Schreckgespenst namens Terrorismus. Und dieses Druckmittel funktioniert, auch heute noch.
Diese Kriegseinsätze dürfen aber nur im Dienste der USA geschehen, wie auch Livingston im Spiegel klarstellt:
“Seit den sechziger Jahren, als Präsident Johnson vergebens den Kanzler Erhard zu einem militärischen Engagement im Vietnamkrieg drängte, war es Ziel amerikanischer Außenpolitik, die Deutschen zur Übernahme einer größeren Rolle in der Welt zu bewegen – natürlich nur im Kielwasser Washingtons.”
“Nur im Kielwasser Washingtons” also, alles andere ist tabu. Jede andere politische und souveräne Entscheidung über einen Auslandseinsatz der Bundeswehr muß vorher von den USA abgesegnet werden. Na wenn das kein Vasallenstaat sein soll, was denn dann?
Der nächste Abschnitt im Spiegelartikel ist besonders interessant und erklärt auch unsere Überschrift, denn darin wird angedeutet, dass Deutschland 1990 mit dem Zwei-Plus-Vier-Vertrag seine volle Souveränität nicht wirklich, sondern nur sporadisch zurückerlangt hat, Zitat:
“Die alte Bundesrepublik war ein Protektorat Amerikas.
Auch nachdem Deutschland 1990 nach eigener Definition(!!!) den Zustand voller Souveränität erreicht hatte, bewahrte es seine Loyalität gegenüber der Schutzmacht ohne Abstriche.”
Das heißt im Klartext also, dass Deutschland seine volle Souveränität nicht zurückerlangt hat und dass der Zwei-Plus-Vier-Vertrag sozusagen nur pro-forma und eine Farce war!
“Nach eigener Definition den Zustand voller Souveränität” – damit deutet Livingston an, dass die Vorstellung Deutschlands von “voller Souveränität” in Wahrheit nicht der eigentlichen Definition entspricht!
Und so ist es auch bis heute geblieben: Bis auf ein, zwei Widerstände (bezogen auf Libyen und den Irak), bleibt Deutschland seiner Supermacht treu. Das Nein zum Irakkrieg kostete Gerhard Schröder übrigens zwei Jahre später sein Amt als Bundeskanzlers, soviel also dazu.
Denn diese bedingungslose Loyalität ist für die Amerikaner schon zu einer Selbstverständlichkeit geworden, wie auch Livingston festgestellt hat, Zitat:
“Lehenstreue über 45 Jahre hat jedoch ihren Preis, und der besteht darin, daß die Zustimmung der Deutschen zur amerikanischen Politik für selbstverständlich genommen wird.”
Also ist jeglicher Widerstand gegenüber der amerikanischen Regierung wie ein Vertrauensbruch, der bestraft werden muß.
Wie der ehemalige Pärsident der Vereinigten Staaten, Bill Clinton, über Deutschland denkt, fasst der Autor Livingston folgendermaßen zusammen:
“Statt dessen rechnet auch Clinton lieber fest mit deutscher Vasallentreue in allen wichtigen Fragen.
Er setzt zwar darauf, daß irgendwann, je früher, desto besser, der Nationalstolz der Deutschen wieder erwacht und daß Deutschland schon bald weit größere internationale Verantwortung übernehmen wird – aber immer unter Washingtons Führung.”
Und dieses Erwachen des deutschen Nationstolz ist ja schon geschehen, zumindest hat sich etwas mit der WM 2006 bei vielen Deutschen als Patriotismus etabliert.
Allerdings nützt auch der kleinste (Party)Patriotismus nicht viel, wenn man als Land nicht frei denken und selbstständig handeln darf. Wie Livingston schon richtig sagte “immer unter Washingtons Führung”.
Auch wenn der Artikel aus dem Jahre 1997 ist, so ist er dennoch in vielen Teilen aktuell. Denn ebenso beim nächsten Punkt gibt es Übereinstimmung, und zwar geht es um die Stationierung amerikanischer GI’s in Deutschland.
Auch heute noch gibt es us-amerikanische Stützpunkte in Deutschland, mit mehr als 70.000 US-Militärangehörigen. Deswegen trifft der nächste Punkt Livingstons immer noch zu, Zitat:
“Wachsende deutsche Macht ist in Europa nur erträglich bei anhaltender US-Präsenz.
[...]Zweitens sind die 75 000 GIs unerläßlich für “die schnelle Eingreiftruppe im globalen Dorf”, wie es der Heeresstabschef kürzlich nannte. Amerikanische Soldaten in Deutschland verleihen der US-Strategie Schlagkraft um den halben Globus.
Ist sich die deutsche Öffentlichkeit darüber im klaren?”
Ich glaube kaum, dass sich die deutsche Öffentlichkeit darüber im klaren ist. Nein viel lieber verschließen sie die Augen vor diesen Dingen, resignieren oder aber lassen sich durch Popkultur und Medien massiv blenden oder verdummen.
“Die Deutschen sind nicht wie die Franzosen, welche die Vereinigten Staaten ständig mit Auseinandersetzungen über politisches Prestige irritieren.
Sie sind auch nicht wie die Japaner, die versuchen, Handelsabkommen zu unterlaufen, um sich Vorteile zu sichern.
Die Deutschen haben statt dessen Treue und Gehorsam gewählt.”
Und das ist traurig. Früher einmal war Deutschland ein starkes Land, welches sich nichts sagen ließ und seine Entscheidungen frei und eigenständig wählte.
Heute aber ist es ein Land, welches nichts tut ohne sich dabei das ‘Ok’ von den USA oder eben jetzt auch noch neu, von der EU abzuholen, denn Deutschland darf nicht mehr alleine entscheiden, da die Ära der eigenständigen Nationalstaaten zu Ende gehen soll.
Deutschland wird abgeschafft, aber nicht so, wie es ein Herr Thilo Sarrazin glaubt, sondern Deutschland wird abgeschafft als Nationalstaat.
Und ja, Deutschland ist ein tributpflichtiger Vasallenstaat, der mit Treue und Gehorsam gegenüber der Supermacht und der EU in sein Verderben läuft.
Quelle: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8670467.html
http://deinweckruf.wordpress.com/2010/09/16/der-zwei-plus-vier-vertrag-ist-betrugerisch/
http://deinweckruf.wordpress.com/2011/07/05/wie-deutschland-endlich-wieder-frei-wird/


































